Der Jüngling auf dem Hügel

Ein Jüngling auf dem Hügelmit seinem Kummer sass,wohl ward der Augen Spiegelihm trüb' und thränennass.

5Sah frohe Lämmer spielenam grünen Felsenhang,

[127]sah frohe Bächlein quillendas bunte Thal entlang;

die Schmetterlinge sogen

10am rothen Blüthenmund,wie Morgenträume flogendie Wolken in dem Rund;

und Alles war so munter,und Alles schwamm in Glück,

15nur in sein Herz hinuntersah nicht der Freude Blick.

[128]Ach, dumpfes Grabgeläuteim Dorfe nun erklang,schon tönte aus der Weite

20ein klagender Gesang;

sah nun die Lichter scheinen,den schwarzen Leichenzug,fing bitter an zu weinen,weil man sein Röschen trug.

25Jetzt liess den Sarg man nieder,der Todtengräber kam,und gab der Erde wieder,

[129]was Gott aus selber nahm.

Da schwieg des Jünglings Klage,

30und betend ward sein Blick,sah schon am schönern Tagedes Wiedersehens Glück.

Und wie die Sterne kamen,der Mond heraufgeschifft,

35da las er in den Sternender Hoffnung hohe Schrift.

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