Die Morphinistin

Die Morphinistin

Mitten im Orkan der Straßen-BahnenDurch ein goldenes Dröhnen wankt mein Gang,Ich bin so zerlassen, kaum mehr krank,Fühl’ nicht Frühling, Himmel, Strom und Fahnen

5Und mich selbst nicht in dem Überschwang.

Manchmal bring’ ich Blumen mit nach HauseUnd sie atmen wohl ein kleines Stück.Doch dann schwinden sie in sich zurück,Angestarrt von meines Zimmers Pause …

10Ach was wißt ihr denn von meinem Glück!

Schicksal ist entrückt, und jede StundeAbgestreift und alles, was nur hält.Nie entsinkt ein Name mehr dem Munde …Ach, was fragt der Kutter auf dem Grunde

15Nach dem Spiel des Leucht-Turms in der Welt.

Wenn ich nachts vor meinem Spiegel stehe,Und die Kerze auf und nieder brennt,Wenn die weiße Dame sich nicht kennt,Dann erschaudr’ ich tief vor meiner Nähe

20Und dann fürcht’ ich dieses Monument.

Manchmal nur, wenn Equipagen fahrenUnd das Blaue stürzt in meinen Hof …Dann vergnüg’ ich mich an meinen Haaren …Und ich weine über das Gebaren

25Rosa Dinger auf dem Sonntags-Schwof.

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