An den Schlaf

[69]An den Schlaf.

Der du mit deinem MohneSelbst Gotteraugen zwingst,Und Bettler oft zum ThroneZum Mädgen Schäfer bringst,

5[70]Vernimm; Kein Traumgespinste

Verlang’ ich heut von dir,Den grösten deiner DiensteGeliebter, leiste mir.

An meines Mädgens Seite

10Sizz’ ich, ihr Aug’ spricht Lust,

Und unter neid’scher SeiteSteigt fühlbar ihre Brust,

[71]Oft hatte meinen Küssen

Sie Amor zugebracht,

15Dieß Glück muß ich vermissen,

Die strenge Mutter wacht.

Am Abend trifst du wiederMich dort, o tritt herein,Sprüh’ Mohn von dem Gefieder,

25Da schlaf die Mutter ein:

[72]Bey blassem Lichterscheinen,

Von Lieb’ Annette warm,Sink’, wie Mama in deinen,In meinen gier’gen Arm.

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