Aus einem Stammbuch von 1604

Aus einem Stammbuch von 1604.

Hoffnung beschwingt Gedanken, Liebe Hoffnung.In klarster Nacht hinauf zu Cynthien, Liebe!Und sprich: wie sie sich oben umgestaltet,So auf der Erde schwindet, wächs’t mein Glück.

5Und wispere sanft-bescheiden ihr an’s Ohr,

Wie Zweifel oft das Haupt hing, Treuethränte.Und ihr Gedanken, mißzutraun geneigt,Beschilt euch die Geliebte dessenthalb,So sagt: ihr wechselt zwar, doch ändert nicht,

10Wie sie dieselbe bleibt und immer wechselt.

Untrauen tritt in’s Herz, vergiftet’s nicht,Denn Lieb’ ist süßer von Verdacht gewürzt.Wenn sie verdrießlich dann das Aug’ umwölkt,Des Himmels Kläre widerwärtig schwärzt,

15Dann Seufzer-Winde scheucht die Wolken weg,

Thränt nieder sie in Regen aufzulösen.Gedanke, Hoffnung, Liebe bleibt nur dort,Bis Cynthia scheint wie sie mir sonst gethan.

Comentarios

Cargando comentarios…