An die Freunde

An die Freunde.

Der Jugend Glanz, der Sehnsucht irre Weisen,Die tausend Ströme durch das duft’ge Land,Es zieht uns All’ zu seinen Zauberkreisen. –Wem Gottesdienst in tiefster Brust entbrannt,

5Der sieht mit Wehmuth ein unendlich Reisen

Zu ferner Heimath, die er fromm erkannt;Und was sich spielend wob als ird’sche Blume,Wölbt still den Kelch zum ernsten Heiligthume.

So schauet denn das buntbewegte Leben

10Ringsum von meines Gartens heitrer Zinn’,

Daß hoch die Bilder, die noch dämmernd schweben –Wo Morgenglanz geblendet meinen Sinn –An Eurem Blick erwachsen und sich heben.Verwüstend rauscht die Zeit darüber hin;

15In Euren treuen Herzen neu geboren

Sind sie im wilden Strome unverloren.

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