Soldatenlied (Eichendorff)

Soldatenlied.

Was zieht da für schreckliches Sausen,Wie Pfeifen durch Sturmes Wehn?Das wendet das Herz recht vor Grausen,Als sollte die Welt vergehn.

5 Das Fußvolk kommt da geschritten,

Die Trommeln wirbeln voran.Die Fahne in ihrer MittenWeht über den grünen Plan,Sie prangt in schneeweißem Kleide

10 Als wie eine milde Braut,

Die giebt dem hohe Freude,Wen Gott ihr angetraut.

Sie haben sie recht umschlossen,Dicht Mann an Mann gerückt,

15 So ziehen die Kriegsgenossen

Streng, schweigend und ungeschmückt,Wie Gottes dunkeler Wille,Wie ein Gewitter schwer,Da wird es ringsum so stille,

20 Der Tod nur blitzt hin und her.

Wie seltsame Klänge schwingenSich dort von der Waldeshöh’!Ja, Hörner sind es, die singenWie rasend vor Lust und Weh.

25 Die jungen Jäger sich zeigen

Dort drüben im grünen WaldBald schimmernd zwischen den Zweigen,Bald lauernd im Hinterhalt.Wohl sinkt da in ewiges Schweigen

30 Manch’ schlanke Rittergestalt,

Die anderen über ihn steigen,Hurrah! in dem schönen Wald,„Es funkelt das Blau durch die Bäume –Ach, Vater, ich komme bald!“

35Trompeten nur hör’ ich werben

So hell durch die Frühlingsluft,Zur Hochzeit oder zum SterbenSo übermächtig es ruft.

Das sind meine lieben Reiter,

40Die rufen hinaus zur Schlacht,

Das sind meine lustigen Reiter,Nun, Liebchen, gute Nacht!Wie wird es da vorne so heiter,Wie sprühet der Morgenwind,

45In den Sieg, in den Tod und weiter,

Bis daß wir im Himmel sind!

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