Das Grab

Das Grab.

Lüfte wehen, Wolken fliehenAn dem Himmel über mir ,Grauenvolle Nebel ziehenSchauerlich im Thale hier,

5Leicht verhüllte Sterne blinken

Aus der dunkeln Höh herab,Und verwelkte Blätter sinkenVon der Linde auf das Grab.

Hüllet meine müden Glieder

10In den weißen Schleier ein;

Senkt die eingewiegten niederLeis’ in diese Todtenreihn.Meines Herzens banges SehnenWiegt sich schon in Schlummer ein,

15Und die stillgeweinten Thränen

Werden bald getrocknet seyn.

Dann verlöschen meine FlammenUngestillter Sehnsucht Raub,Sinken in sich selbst zusammen

20Wie mein Herz, zu Aschenstaub.

Blumen nur, und keine VasenStehn auf dem bedeckten SargDen ein friedlich grüner RasenTief in seinem Schoos verbarg.

25 Tropfen fallen, Flocken fliegen,

Schlossen stöbern kalt herab,Sanftbewegte Winde wiegenSich auf dem bemoosten Grab.Dünne Nebelwolken eilen

30Ueber mir am Himmel fort,

Freundlich will die Sonne weilen:Fühl’ ich’s nicht an meinem Ort.

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