An Kerner (Uhland)

An Kerner.

Es war in traurigen Novembertagen,Ich war gewallt zum stillen TannenhaineUnd stand gelehnet an der höchsten eine,Da hielt ich deine Lieder aufgeschlagen.

5Versunken war ich in die frommen Sagen:

Bald kniet’ ich vor Sankt Albans Wundersteine,Bald schaut’ ich Regiswind im Rosenscheine,Bald sah ich Helicena’s Münster ragen.

Welch lieblich Wunder wirkten deine Lieder!

10Die Höh’ erschien in goldnem Maienstrale

Und Frühlingsruf ertönte durch die Wipfel.

Doch bald verschwand der Wunderfrühling wieder,Er durfte nicht sich senken in die Thale,Im Fluge streift’ er nur der Erde Gipfel.

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