Die Harfe (Uhland)

Die Harfe.

In Wälder floh mit seinem GrameEin Ritter, den verschmäht die Dame.Ihm kommt auf ungebahnten WegenEin traut umfangen Paar entgegen.

5Er kann ihr Kosen ganz verstehen,

Da sie auf sich nur hören, sehen:Sie sind sich kaum zurückgegebenZu neuer Liebe, neuem Leben.

Muß Alles seinen Schmerz erfrischen!

10Er fliehet zu den dunklern Büschen.

Da steht in schwarzer Tannen Mitte,Verlassen, eine Bruderhütte.

Hier liegt die Eremitenhülle,Dort hängt die Harfe, traurig stille;

15Gewiß! den er gesehn im Glücke,

Der ließ sein Trauren hier zurücke.

Er eilt, die Kutte anzulegen,Er prüft das Spiel mit dumpfen Schlägen:„Wie lange werd’ ich, fern der Süßen,

20Auf dieser Harfe spielen müssen?“

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