Entschuldigung (Uhland)

Entschuldigung.

Was ich in Liedern manchesmal berichteVon Küssen in vertrauter Abendstunde,Von der Umarmung wonnevollem Bunde,Ach! Traum ist, leider, Alles und Gedichte.

5Und du noch gehest mit mir in’s Gerichte,

Du zürnest meinem prahlerischen Munde:Von nie gewährtem Glücke geb’ er Kunde,Das, selbst gewährt, zum Schweigen stets verpflichte.

Geliebte, laß den strengen Ernst sich mildern

10Und lächle zu den leichten Dichterträumen,

Dem unbewußten Spiel, den Schattenbildern!

Der Sänger ruhet schlummernd oft im Kühlen,Indeß die Harfe hänget unter BäumenUnd in den Saiten Lüfte säuselnd wühlen.

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