Metzelsuppenlied
Metzelsuppenlied.
Wir haben heut nach altem BrauchEin Schweinchen abgeschlachtet;Der ist ein jüdisch eckler Gauch,Wer solch ein Fleisch verachtet.
5Es lebe zahm und wildes Schwein!
Sie leben alle, groß und klein,Die blonden und die braunen!
So säumet denn, ihr Freunde, nicht,Die Würste zu verspeisen,
10Und laßt zum würzigen Gericht
Die Becher fleißig kreisen!Es reimt sich trefflich: Wein und 0 Schwein,Und paßt sich köstlich: Wurst und 0 Durst,Bei Würsten gilt’s zu bürsten.
15Auch unser edles Sauerkraut,
Wir sollen’s nicht vergessen;Ein Deutscher hat’s zuerst gebaut,Drum ist’s ein deutsches Essen.Wenn solch ein Fleischchen, weiß und mild,
20Im Kraute liegt, das ist ein Bild
Wie Venus in den Rosen.
Und wird von schönen Händen dannDas schöne Fleisch zerleget,Das ist, was einem deutschen Mann
25Gar süß das Herz beweget.
Gott Amor naht und lächelt still,Und denkt: nur daß, wer küssen will,Zuvor den Mund sich wische!
Ihr Freunde, tadle Keiner mich,
30Daß ich von Schweinen singe!
Es knüpfen Kraftgedanken sichOft an geringe Dinge.Ihr kennet jenes alte Wort,Ihr wißt: es findet hier und dort
35Ein Schwein auch eine Perle.
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