Ein Freudentag

[104] Ein Freudentag.

Jaja, ich hab’ mir ’ne Pfeife gekauft,Eine Tabakspfeife von Ton!Ja, Weibchen, ja: der „Ökonomie“Und aller Vernunft zum Hohn!

5Haha, ich hab’ mir ’ne Pfeife gekauft,

Eine stattliche Pfeife von Ton,Wie sie Mynheer van Holland raucht,Der reiche Zuckerbaron!

Ja lache nur, Weib, du hast ganz recht:

10Ich rauch’ überhaupt keine Pfeif’;

Doch weil ich so überglücklich war,So mußt’ ich sie kaufen: begreif’!

Daß unser Junge nun wieder gesund,Das machte mich wunderfroh.

15Und bin ich vergnügt, so kauf’ ich was,

Ganz einerlei was und wo.

Und bin ich vergnügt, so verschwend’ ich was,Leichtsinnig, wie ich nun bin.So bin ich geboren, so sterb’ ich einst,

20So leb’ ich inzwischen dahin.

[105] Und siehst du: so hab’ ich die Pfeife gekauft;

Ist sie nicht schön und lang?Ich gab, bei Gott! eine Mark dafür,Ein Markstück rund und blank.

25Die Pfeif’ in der Hand, so schlendert’ ich hin

Und sang und summte beglückt.Die Spießer glotzten und stießen sich anUnd grinsten: „Der ist verrückt.“

Und wenn du, mein Liebchen, dasselbe meinst,

30Ich stell’ es dir gänzlich frei.

Ich hab’ meine Pfeife von feinstem Ton;Da, Junge, schmeiß’ sie entzwei!

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