Lütt Jan
[102] Lütt Jan.
Jan Boje wünscht sich lange schonEin Schiff – ach Gott, wie lange schon!Ein Schiff so groß – ein Schiff – hurra:Von hier bis nach Amerika.
5Die höchsten Tannen sind zu klein,
Die Masten müßten Türme sein,Die stießen – hei, was ist dabei?Klingling das Himmelsdach entzwei.
Die Wolken wären Segel gut,
10Die knallen wild im Wind vor Wut,
Jan Boje hängt am KlüverbaumUnd strampelt nackt im Wellenschaum.
Jan baumelt an der Reeling, Jan!Und schaukelt, was er schaukeln kann.
15Wenn’s an die Planken plitscht und platscht,
Der blanke Steert ins Wasser klatscht.
Wie greift er da die Fische flink;Ein Butt bei jedem Wellenblink!Die dörrt auf Deck der Sonnenschein,
20Und Jantje beißt vergnügt hinein.
[103] Jan Boje segelt immerfort,
Spuckt über Back- und SteuerbordUnd kommt zurück trotz Schabernack,Das ganze Schiff voll Kautabak.
25Wer aber ist Jan Boje, he?
Der Teufelsmaat und Held zur See?Jan Boje ist ein Fischerjung’,Ein Knirps, ein Kerl, ein frischer Jung’.
Grad liegt er auf dem Bauch im Sand
30Und lenkt ein schwimmend Brett am Band,
Und ob die Woge kommt und geht,Ob sich sein Brett im Wirbel dreht –:
Sein starrer Blick ins Ferne steht.
Da schwillt’s heran im Sonnengleiß
35Von tausend Segeln breit und weiß;
Da hebt sich manch ein RiesenbugWie düst’rer Spuk und Augentrug …
Das wandert ewig übers Meer.Wann kommt Jan Bojes Schiff daher?
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