Natur und Liebe
[74] Natur und Liebe.
Fordre nicht, daß ich mit Worten sageWas mich quält und peinigt jeden Tag!Müde bin ich, daß ich keine WorteAuch von deinen Lippen hören mag.
5Menschen haben mir so viel mit Weisheit
Und mit leerem Troste zugesetzt,Daß vor ihrer wortbehenden LiebeWahrlich sich mein scheues Ohr entsetzt.
Laß du mich in deine weichen Hände
10Stumm vergraben Stirn und Wangen nur;
Dann empfind’ ich schauernd deine LiebeWie den leisen Odem der Natur.
Und zu dir zieht mich dieselbe LockungEwigen Friedens, der ich oft gelauscht,
15Die aus Quellen flüstert und aus Blumen
Und von hohen, heil’gen Bäumen rauscht.
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