Menie

Traducido por Adolf Wilhelm Ernst von Winterfeld

Von Neuem die Natur erblühtUnd trägt ihr Frühlingskleid zur Schau,Ihr grünes Haar der Wind durchziehtUnd küßt davon den Morgenthau.

5Umsonst blüh’n mir die Blumen all’,

Umsonst mir still das Veilchen winkt,Umsonst mir, in dem stillen Thal,Der Hänfling und die Drossel singt.

Froh pflügt der Knecht am Waldessaum,

10"]}' id="mwMA"> Der Säemann schreitet mit Bedacht;

Doch mir ist’s Leben wie ein Traum,Wie’n Traum, aus dem man nie erwacht.

Dort sucht sein Wasserhuhn der Hahn,In Schilf und Rohr die Enten schrei’n,

15Aus blauem Wasser schwimmt der Schwan

Und traurig bin nur ich allein.

Der Schäfer schließt die Hürde zu,Durch’s Moor tönt Pfeifen, dann und wann;Ich stürme, ohne Rast und Ruh’

20"]}' id="mwXQ"> Den thau’gen Hügel wild hinan.

[19] Wenn, nach der Nacht, die Lerch’ erwacht,Froh an des Gänseblümchens Seit’Und auf sich schwingt und fröhlich singt,Erst heimwärts ich die Schritte leit’.

25Komm Winter, komm; mit Sturm und Frost

Beug’ meinen kahlen Stamm vor Dir!Dein Trübsinn, hoff’ ich, giebt mir Trost,Wenn traurig die Natur, gleich mir.

Und lauf’ ich noch der Menie nach

30"]}' id="mwmw"> Und beb’ vor ihrem Augenpaar? –

’S ist schwarz, pechschwarz, wie’n Falkenaug’Brennt mich am End’ zu Asche gar.

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