Zum Arnoldi-Jubiläum
Was ich Euch zeige? Es schwimmt noch leuchtend im Strome der Zeiten,Aber die Zeiten sind trüb, und es enteilet der Strom.Freunde! Erkennet das Riff und steuert behutsam den Nachen,Denn er ist leck schon. Er sinkt, wenn ihn die Brandung erreicht.
Auf Kölns, der alten Reichsstadt, FestungswerkenErgeh’ ich mich, und auf dem alten Grund,Der neue Wälle hülfreich soll verstärken,Und thu’, im Schutte schwankend, einen Fund.Aus Brandestrümmern, seitwärts ausgeschieden,Trifft mich der Glanz von einem Boraciden.
Und den Krystall bewundernd, fällt ein KummerMir auf das Herz gleich einem Zauberdunst,Erweckend aus dem jahrelangen SchlummerDie Sorge um des blinden Glückes Gunst,Dem wohl’ allein es füglich beizumessen,Hat uns’re Hab’ der rothe Hahn vergessen.
Doch sieh! der Sorg’ entspringt ein schöner FunkeUnd lodert auf zu einem reinen Licht;In einen Phönix wandelt sich der Unke,Der Kummer weicht dem heitersten Gesicht;Denn ein Gedanke glänzt auf trübem GrundeUnd blitzt durch’s Aug’ und schwebet auf dem Munde.
Die Sonne taucht vom reinsten AbendhimmelGleich einer Braut erröthend in den Rhein;Mein Ohr vernimmt nichts von der Stadt Getümmel;Versunken bin ich mit dem Stern hineinIn’s Flammenmeer, und wie die Wellen blinken,Glaub’ ich vom Strom ein Himmelslicht zu trinken.“
Es kann die Spur von seinen ErdetagenNicht in Aeonen untergehn!
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