Glockenstimmen

„Ach Scheiden, immer Scheiden!Und wer hat dich erdacht?Du hast mein junges HerzeAus Freud in Trauer bracht.“

„Anna Susanne,In Arnstadt will ich hange.“

Ich heiße SusannaUnd treibe die Teufel von danna.“

„Martin war ein braver Mann,Zündet tausend Lichter an,Daß er droben sehen kann,Was er drunten hat gethan.“

„Spinn, Mägdlein, spinn!So hast du klugen Sinn,Und triffst du das Rädlein ohne Ruh,So schenk ich dir schöne Schnallenschuh.“

„Schuh hin, Schuh her, stellt ein das Reden,Ein plumper Platschfuß wächst vom Treten.“

„Ehr, Mägdlein, ehrDie alte Spinnkunst sehr.Und spinnst du heut deinen Wocken leer,Ein Häublein von Seiden ich dir bescheer.“

„Was soll das Häublein? Müßt doch mich versteckenMit meiner Hängelippe vom Lecken.“

„Preis, Mägdlein, preisDer Spinnerinnen Fleiß.Geschwinde spinne die Spule voll,Ein Ringlein von Golde dein Lohn sein soll.“

„Was Ringlein! Die Hände dürft Keiner doch sehnMit dem breiten Daumen vom Fadendrehn.“

„Spinn, Mägdlein, spinnDu hast deß wohl Gewinn.Hei! Hast du die Truhe voll schneeig Lein,So wird dich der Nikel zu Ostern frein.“

„Hei! Habt Ihr das Bierfaß angeboten,So mögt Ihr’s geruhig weiter schroten.“

„Glaub, Mägdlein, glaubUnd sei dem Wort nicht taub:Wenn du hienieden bist ledig geblieben,So mußt du im Himmel die Wolken schieben.“

„Dem Nikel kann Keine widerstehn,Laßt uns treten und lecken und Faden drehn.“

„Dank, Mägdlein, dankDem Schöpfer, daß du nicht krank,Auf daß du kannst fein oft und vielNoch treiben dieses Wockenspiel.“

Drunten im GrundSteht ein bunter Hund;Er ist von edler ArtUnd hat einen blauen Bart.“

„Nun grüß dich Gott, du liebes Pir,Nun gesegne dich Gott, du liebe Weizenprüh!“

„Zum Lästerstein bin ich genannt,Den bösen Zungen wohl bekannt.Wer Lust zu Zank und Hader hat,Der muß mich tragen durch die Stadt.“

„Holdersaft, ich heb’ dich auf,Fieber, setz’ dich d’rauf.“

„Liebe, ich hab’ dich,Lieb’, ich vergrab’ dich,Weich mir vom Herzen,Mit Treue und Schmerzen.

„Laßt uns uns’ren Tag genießen,Gott weiß, wo wir morgen sein.“

„Von altem Metall bin ich,Gut und recht wohl michGießen that in Erfurt Hermann ZimmermannNun Gott zu Lob ich klingen kann.“

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