Der alte Zieten (Fontane)

[259] Der alte Zieten.

Joachim Hans von Zieten,Husaren-General,Dem Feind die Stirne bieten,Er that’s wohl hundert Mal;

5Sie haben’s All’ erfahren,

Wie er die Pelze wusch,Mit seinen LeibhusarenDer Zieten aus dem Busch.

Hei, wie den Feind sie bläuten,

10Bei Hennersdorf und Prag,

Bei Liegnitz und bei Leuthen,Und weiter Schlag auf Schlag;Bei Torgau, Tag der Ehre,Ritt selbst der Fritz nach Haus,

15Doch Zieten sprach: „ich kehre

Erst noch mein Schlachtfeld aus.“

Sie kamen nie alleine,Der Zieten und der Fritz,Der Donner war der Eine,

20Der Andre war der Blitz.

Es wies sich keiner träge,Drum schlug’s auch immer ein,Ob warm’, ob kalte Schläge,Sie pflegten gut zu sein. –

[260]25"]}' id="mwUQ"> Der Friede war geschlossen,

Doch Krieges Lust und Qual,Die alten SchlachtgenossenDurchlebten’s noch einmal;Wie Marschall Daun gezaudert,

30Und Fritz und Zieten nie,

Es ward jetzt durchgeplaudertBei Tisch, in Sanssouci.

Einst mocht’ es ihm nicht schmecken,Und sieh’, der Zieten schlief,

35Ein Höfling wollt’ ihn wecken,

Der König aber rief:„Laßt schlafen mir den Alten,Er hat in mancher NachtFür uns sich wach gehalten,

40Der hat genug gewacht.“ –

Und als die Zeit erfüllet,Des alten Helden war,Lag einst, schlicht eingehüllet,Hans Zieten, der Husar:

45Wie selber er genommen

Die Feinde stets im Husch,So war der Tod gekommenWie Zieten aus dem Busch.

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