Sir Patrick Spens

[389]Sir Patrick Spens.

Der König sitzt in Dumferlin-Schloß,Er trinkt blutrothen Wein;„Wer ist mein bester Segler?Er muß in See hinein.“

5"]}' id="mwGA"> Sprach da ein schottischer Ritter:

(Er stand an des Königs Seit’)„Der beste, das ist Sir PatrickIm Lande weit und breit.“

Der König schrieb einen offenen Brief,

10Einen Brief mit eigner Hand; –

Sir Patrick schritt am MeereHin über den knirschenden Sand.

Er sah auf die erste ZeileUnd lachte, als er sie sah,

15Er las die zweite Zeile,

Nicht weiter las er da.

Sein Auge stund in Thränen:„Wem that ich also weh,Zu schicken in dieser Sturmzeit

20Mich über die weiße See?

Zu Schiff nun, liebe Mannen,Wir segeln vor Tagesschein.“Da sprach ein alter Matrose:„Sir Patrick, das kann nicht sein.

[390]25"]}' id="mwXg"> Ich hört’ in meiner Koje

Die Windsbraut wie sie gelacht,Und der neue Mond hielt den altenIm Arme die letzte Nacht.“

* * *

Es kam der nächste Morgen,

30Sie gingen alle an Bord,

Sir Patrick und die SeinenUnd mancher schottische Lord.

Im Winde flaggten die Wimpel,Hoch tanzten Schiff und Fluth; –

35Drei Tage, da schwamm auf dem Meere

Nur noch ein bebänderter Hut.

* * *

Nun sitzen viel schöne FrauenMit ihren Fächern am Strand,Und warten auf Sir Patrick

40Und daß er steig’ an Land.

Alle tragen sie Kämme mit GoldschmuckUnd blicken hinaus aufs Meer,Doch sie erharren keinenUnd sehen keinen mehr.

45"]}' id="mwqA"> Fünfzig Faden tief und tiefer,

Da pflegen sie all der Ruh:Sir Patrick und die SeinenUnd die schottischen Lords dazu.

Comentarios

Cargando comentarios…