Zwei Gedichte Catulls

Translated from Latin by Konrad Schwenck; C. Schwenk

Venus klage zusammt den Liebesgöttern,Und was immer nur lebt von feinen Leuten!Ach! verschieden ist meines Mägdleins Spätzchen,Ach das Spätzchen, die Wonne meines Mägdleins,

5Das sie liebete mehr als ihre Aeuglein;

Denn so wonniglich war es, und es kannteSie so gut, wie das Mägdlein seine Mutter;Nicht beweget es sich von ihrem Schoose,Nein dort hüpfend herum, bald hie bald dahin,

10Zwitschert’ ewig es um die eine Herrin;

Das nun wallet dahin die finstre Straße,Wannen keinem vergönnt zurückzukehren.Doch euch treffe, des Orcus grause Schatten,Schmach, die jegliche Schönheit ihr verschlinget;

15Ihr nun nahmt mir hinweg das holde Spätzlein!

O unseelige That! o armes Spätzlein!Deinethalben erröthen meines MädchensAeuglein jetzo, von Weinen aufgeschwellet.

2.

An Fabullus.

Trefflich speisest bey mir du, mein alter FabullusWenn’s den Göttern gefällt, in wenig Tagen,So du mit dir gebracht ein gut und großesMahl, ein schneeiges Mägdlein auch nicht minder,

5Sammt dem Wein und dem Salz und aller Lache.

So du dieses gebracht mein Holder, sag ich,Trefflich speisest du da, denn bey CatullusIst der Seckel gefüllt mit Spinngeweben.Doch dagegen erhältst du lautre Liebe,

10Wohl was süßeres auch und anmuthvollres:

Salb’ empfähst du, die meinem Mägdlein schenktenLiebesgöttinnen traun und Liebesgötter;Riechst du die, - zu den Göttern wirst du betenGanz zur Nase dich, o Fabull zu machen.

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