Der gehoffte Ruhm

[237]Der gehoffte Ruhm.

Voll von sich selbst und von der That,Die er vollführt, gieng Tullius entzücketItzt aus Sicilien, wohin ihn der SenatVor einem Jahr als Quästor abgeschicket;

5Er gieng zurück nach Rom und theilte zum voraus,

Im Namen Roms, sich die Belohnung aus.Wer ist wohl itzt des Volks Verlangen?Wen, dacht er, nennt man itzt als mich?Wen wird man jauchzender empfangen,

10Als dich, o Tullius, als dich?

Das ist er, ruft man dir entgegen,Der aus Sicilien der Theurung abgewehrt!Der uns mit einem reichen SegenVon Korn ein ganzes Jahr ernährt. – –

15In diesen schmeichelnden Gedanken

Stieg bey Puteoli der Quästor an das Land,Wo er ganz unverhofft vornehme Römer fand,Die damals gleich den Brunnen tranken.

Schnell ließ er sich vor seinen Gönnern sehn,

20Und suchte schon sein Lob in ihren Mienen.

Ist das nicht Cicero? rief einer unter ihnen,Ja, ja, er ists; o das ist schön!Wie lange haben wir schon nichts von Rom vernommen!Wie stehts in Rom? Wenn reisten Sie von da?

25Wie, rief er ganz erzürnt, wie könnt ich daher kommen!

Ich komm aus der Provinz – – Vielleicht aus Afrika?

[238]Versetzt ein Andrer hurtig wieder.

Hier zitterten dem Quästor alle Glieder.„Nein, aus Sicilien komm ich als Quästor wieder.“

30Ja, fuhr nunmehr ein Dritter fort,

Er kömmt daher. Verlaßt Euch auf mein Wort!Mit diesem Ruhm schlich Tullius sich fort.

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Du, der du denkst, daß alle von dir wissen,Von dir itzt alle reden müssen,

35Und dich im Herzen stolz erhebst;

Von Tausenden, die dich nach deiner Meynung kennen,Und dich und deine Thaten nennen,Weis oft kaum Einer, daß du lebst.

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