Die Affen und die Bären
[290]Die Affen und die Bären.
Die Affen baten einst die Bären,Sie möchten gnädigst sich bemühn,Und ihnen doch die Kunst erklären,In der die Nation der Bären
5Die ganze Welt des Walds zu übertreffen schien;
Die Kunst, in der sie noch so unerfahren wären,Die Jungen groß und stark zu ziehn.
Vielleicht, hub von den AffenmütternDie weiseste bedächtig an,
10Vielleicht, ich sag es voller Zittern,
Wächst unsre Jugend bloß darum so siech heran,Weil wir sie gar zu wenig füttern.Vielleicht ist auch der Mangel der Geduld,Sie sanft zu wiegen und zu tragen;
15Vielleicht auch unsre Milch an ihren Fiebern schuld.
Vielleicht schwächt auch das Obst den Magen.Vielleicht ist selbst die Luft, die unsre Kinder trifft,(Wer kann sie vor der Luft bewahren?)Ein Gift in ihren ersten Jahren;
20Und dann auf Lebenszeit ein Gift.
Vielleicht ist, ohne daß wirs denken,Auch die Bewegung ihre Pest.Sie können sich durch Springen und durch SchwenkenOft etwas in der Brust verrenken,
25Wie sichs sehr leicht begreifen läßt;
Denn unsre Nerven sind nicht fest.Hier fängt sie zärtlich an zu weinen,Nimmt eins von ihren lieben Kleinen,
[291]Das sie so lang und herzlich an sich drückt,
30Bis ihr geliebtes Kind erstickt.
Du, sprach die Bärinn, kannst noch fragen,Warum ihr so bestraft mit kranken Kindern seyd?Nicht liegts an Luft und Milch und nicht an Obst und Magen.Ihr tödtet sie durch eure Weichlichkeit,
35Durch eure Liebe vor der Zeit.
Gebt Acht auf unsern jungen Haufen;Wir nehmen sie, sobald sie laufen,Mit uns, in Hitz und Frost, durch Fluren und durch Wald,So werden sie gesund und alt.
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40"]}' id="mwaQ"> Was macht viel Kinder siech? Vielleicht Natur und Zeit?
Nein, mehr der Aeltern Weichlichkeit.O Reicher, soll dein Kind gesund in Städten blühen:So zieh es in der Stadt, wie es die Dörfer ziehen!
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