Die glückliche Ehe
[135]Die glückliche Ehe.
Gedankt sey es dem Gott der Ehen,Was ich gewünscht, hab ich gesehen:Ich sah ein recht zufriednes Paar;Ein Paar, das ohne Gram und Reue,
5Bey gleicher Lieb und gleicher Treue,
In kluger Ehe glücklich war.
Ein Wille lenkte hier zwo Seelen.Was sie gewählt, pflegt er zu wählen,Was er verwarf, verwarf auch sie:
10Ein Fall, wo andre sich betrübten,
Stört ihre Ruhe nie. Sie liebten,Und fühlten nicht des Lebens Müh.
Da ihn kein Eigensinn verführte,Und sie kein eitler Stolz regierte:
15So herrschte weder sie, noch er.
Sie herrschten; aber bloß mit Bitten.Sie stritten; aber wenn sie stritten,Kam bloß ihr Streit aus Eintracht her.
So wie wir, eh wir uns vermählen,
20Uns unsre Fehler klug verhelen,
Uns falsch aus Liebe hintergehn:So ließen sie auch in den ZeitenDer zärtlichsten VertraulichkeitenSich nie die kleinsten Fehler sehn.
25[136]"]}' id="mwTQ"> Der letzte Tag in ihrem Bunde,
Der letzte Kuß von ihrem MundeNahm, wie der erste, sie noch ein.Sie starben. Wenn? – – Wie kannst du fragen?Acht Tage nach den Hochzeittagen;
30Sonst würden dieß nur Fabeln seyn.
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