Der entflohene Amor

[130]Der entflohene Amor.

Ich trank, und Chloe trank mit mir,Gleich war der Gott der Lieb auch hier:Ach! seufzte Chloe, sieh! schon stört er unsre Freuden,Hasch ihn, wir wollen ihm die Flügel gleich beschneiden.

5Nein, sagt ich, da könnt er noch fliehn:

Die Flügel wachsen: laß uns ihn,Den kleinen Bösewicht, eh er entflieht, ersticken!Nicht wahr? so kann er uns doch weiter nicht berücken.

[131]Wir haschten: eh man sichs versah,

10War er bald dort, bald wieder da:

Und als ich ihn einmal recht fest zu halten dachte,Floh er in unser Herz; wir seufzten, und er lachte!

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