Nr. 5
Erinnerungen an Wilhelmine Schröder-Devrient
„Da Du, der Töne Zauberkönigin,Erst heut’ in unsre Stadt gezogen,Und das Semester nun zum Ende hin,Wo Vaters Wechsel längst verflogen,So bitten wir – zwei Musensöhne –Vasallen auch im Reich der Töne,Uns heute einmal zu beglückenUnd zwei Parterre-Billets zu schicken.Es bleibt Dir unser heißer DankNicht heute nur, nein lebenslang!“
„Wo nimmst Du denn her diese Zauberbewegung,Mit der Du das Auge berückst?Wo nimmst Du denn her die Gewalten der Töne,Mit denen das Ohr Du bestrickst?Stehn Dir zu Gebote verdoppelte Glieder.Und singst Du mit vielfachen Zungen die Lieder?“
„Guter Adler, nicht in’s Weite,Mit der Leyer nicht nach oben!Unsre Sängerin begleite,Daß wir Euch zusammen loben.“
„Wenn den Adler schützend auf der ReiseGoethe heißet mit Dir zieh’n,Steht er mir an, daß den Herrn ich preise,Der Dir himmlischen Gesang verlieh’n,Der Dich, Schwester Sängerin, begleite,Huldvoll lenkend Deines Lebens Stern.Zögst Du dann auch in die weitste Weite,Stets vereint sind wir im Geist des Herrn.“
„Erstaunt seh ich Dein zauberisch Verschwenden;Ein Herz hat jede Brust doch nur zu spenden,Und Du schenkst eines jedem Ton und Blick.Dennoch erschöpfst Du nie des Reichthums Quellen,Denn jeder Blick, jedweden Tones SchwellenBringt Dein Geschenk Dir tausendfach zurück.
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