Annabel Lee

Translated from English by Hedwig Lachmann; Adolf Strodtmann

[42] "]}' id="mwBw"> Annabel Lee.

Es ist lange her, da lebte am Meer,Ich sag’ euch nicht wo und wie –Ein Mägdelein zart, von seltener Art,Mit Namen Annabel Lee.

5Und das Mägdelein lebte für mich allein,

Und ich lebte allein für sie.

Ich war ein Kind und sie war ein Kind,Meine süße Annabel Lee,Doch eine Liebe, so groß, so grenzenlos

10Wie die unsere gab es nie.

Wir liebten uns so, daß die Engel darobBeneideten mich und sie.

Da kam eines Tags aus den Wolken stracksEin Ungewitter und spie

15Seinen Geifer aus, einen Höllengraus,

Und traf meine Annabel Lee.

[43] Und es kam ein hochgeborener Lord,

Der Knochenmann, und holte sie fort,Fort, fort von mir und sperrte sie

20In ein Grab, meine Annabel Lee.

Ja, neidisch war die geflügelte SchaarIm Himmel auf mich und sie,Und dies war der Grund, daß der HöllenmundDes Sturms Verderben spie,

25Bis daß sie erstarrt

Und der Tod sie verscharrt,Meine süße Annabel Lee.

Doch eine Liebe so groß, so grenzenlosWie die unsere gab es nie,

30So liebten Aeltere nie,

So liebten Weisere nie,Und wären die Engel auch noch so scheel,Sie trennten doch nicht meine Seel’ von der Seel’Der lieblichen Annabel Lee.

35Wenn die Sterne aufgehn, so kann ich drin sehn

Die Aeuglein der Annabel Lee,Und noch jegliche Nacht hat mir Träume gebrachtVon der lieblichen Annabel Lee.

[44] So ruh’ ich denn bis der Morgen graut

40Allnächtlich bei meinem Liebchen traut

In des schäumenden Grabes Näh’An der See, an der brausenden See. –

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