Traumland

Translated from English by Hedwig Lachmann

[65] Traumland.

Jenseits des Raums, jenseits der ZeitDehnet sich wild, dehnet sich weitEin dunkles Land.Auf schwarzem Thron

5"]}' id="mwMQ"> Regiert ein Dämon,

Die Nacht genannt.Auf einem Wege traurig und einsam,Mit bösen Engelschaaren gemeinsam,Erreicht’ ich dies Thule

10"]}' id="mwWA"> Erst neuerdings.

Durch Heiden ging’sDurch Sümpf’ und Pfuhle –Da lag es verzaubert, das Land des Traums,Jenseits der Zeit, jenseits des Raums

15Stürzende Berge, gähnende Schlünde,

Titanenwälder, gespenstische Gründe,Wallende Meere ohne Küsten,Felsen mit zerrissenen Brüsten,[66] Wogen, die sich ewiglich bäumen,

20In lodernde Feuerhimmel schäumen,

Seeen, die sich dehnen und recken,Ihre stillen Wasser ins Endlose strecken,Ihre stillen Wasser, still und schaurig,Mit den schläfrigen Lilien bleich und traurig.

25An den Seen, die sich so dehnen und recken,

Ihre stillen Wasser ins Endlose strecken,Ihre stillen Wasser, still und schaurig,Mit den schläfrigen Lilien bleich und traurig –An den Felsen neben den düstern,

30Unheimlichen Wellen, die ewig flüstern,

An den Wäldern neben den Teichen,Wo die eklen Gezüchte schleichen,In jedem Winkel, dunkel, unselig,An allen Sümpfen und Pfuhlen unzählig,

35Wo die Geister hausen –

Trifft der Wandrer mit GrausenVerhülltes Volk aus dem Totenlande,Erinnerungen im Leichengewande,Weiße Gestalten der Schatteninseln,

40Bleiche Schemen aus toten Zeiten,

Die verzweiflungsvoll stöhnen und winseln,Wie sie am Wandrer vorübergleiten.

[67] Für das Herz, dessen Schmerzen Legionen,Sind dies friedvolle, milde Regionen;

45Für den umnachteten, dunklen Geist

Sind es himmlische, selige Auen.Doch der Pilger, der es durchreist,Darf es nicht unverhüllt erschauen.Unergründlich bleibt es für jeden,

50Dieses geheimnißvolle Eden –

Das ist des finstern Königs Willen –Und der Wandrer, von ungefährDorthin verschlagen, erblickt es daherNur durch verdunkelte, matte Brillen.

55Auf einem Wege traurig und einsam,

Mit bösen Engelschaaren gemeinsam,Schritt ich jüngst heim durch Sümpfe und PfuhleAus diesem öden, entlegenen Thule.

Comments

Loading comments…