Bruder Felix Fabers Gereimtes Pilgerbüchlein
bl. 1 aWas die êr Gots bringet, das sol sîn offenbarman sols sagen vnd singen allen mengklîch clâr,der welt vnd auch den gaistlîchen,dasz sy werdint inna, dasz Got wâr ist ir end.
Got welint wir arfinden, dasz er vns gnaud verlîch,dasz wir migint singen in rom vnd hôhem brîsder starcken fromen bilgerschaft,die sich von Tîtschland schwinget vnd bsucht das holig grab.
Gut ritter wel wirs brîsen, si sijent rîch ald arm,die dise fart an grîfent bêdi fraw vnd manvon Gottes wegen williklîchfreund, êr vnd gut vermîdent, dem tôd argebent sich.
13 Wer das wil verbringen, beroit sol der wol sîn;er sol sich wol besinnen mit wîshait sehen drîngelts gnug, gesund mit gdultikaitmusz er mit im bringen; die fart wirt im sunst loid.
Urlaubung musz er haben vom holgen stul von Rom;sîn leben musz er wâgen, nit suchen weltlîch rom,sô nimpt er gnâd für schuld vnd pînvnd wen er alsô sturbi, sô wêr der himel sîn.
bl. 1 b.Von Ulm bis gen Venedi, das ist ein schwêri wal;feld, weld, vnd hôch gebirge, dô bî vil tiefer tal,die steg send bös, die brugen schmal,die möser lugg, die waszer wild hin în bis über all.
25 Dhêrschaft von Oesterrîche das gebirg mit gwalt besizt,die strauszen ver vnd wîte durch ir land sind gespiztgen Rom vnd gen Jhêrusalêmvnd am wider strîchen durch’s Etschland kumpt man hoim.
Den weg wil ich armeszen von Ulm durch fremdi land,das wir nit vergeszint des schwêren herten trangsder fromen edlen ritterschaft,was sie musz arfechten in der bilgerschaft.
Tûsit mit fierhundert vnd dô bî achtzig jâr,hât sich von Ulm geschwungen ein armer bilgri zwârvon sîner gselschaft lediklîch,gen Memingen ist er komen, dô fand er sîns gelîch.
37Der edel strenge ritter, hêr Jerg vom Stoin geboren,haut in zu im beschicket zum gsellen ûszarkorenin wê vnd wol vnd lieb vnd loidhânt sie sich verstricket, bis dasz in Got hulf heim.
bl. 2 a. Den ruggen hând sie gwendet der stat von Memingenvnd send gritten gen Kempten, mit reden vnd singen,das gbirg, das hând sie angewentvon Oesterrîch dem firstem, sints komen in sein glend.
An Verren sints gestigen, den langen hôhen berg,gen Jsprug sints sie gritten in die stat gar werd;der fridsam hêr von Oesterrîchist dô selbet sizen, der lantschaft ist esz lîcht.
49 Ze Jsprug hând sie gnâdet, mit îlen gerent aweg.An Brener send sy gnâhet den kalten bôhen berg,gerastet hânts ze Sterzingen,die nacht hât sy begriffen in der stat ze Brixen.
Am morgen frie, am tage, hând sy ir mess gehêrt,den Contersweg send sy gfaren, dô ists ein wilds gefert,der weg ist hôch, die tal sind tiefsy mustent stân in sorgen, dasz ross vnd man verfiel.
Die nacht hât her gebrochen mit irem duncklen liecht,Bozen was beschloszen der wechter sie anblies;Ô liebes trewes wächterli,schleusz vff das tôr vnd lausz vns în wir sind fremd bilgeri!
61 As sy nun send komen ge Bozen in die stat,bl. 2 b.ein wirt hauts zu im gnomen, gut herberg er in gabmit spîs vnd wîn in mengerloi,dâr vm haut er enpfangen des gelts ein michel toil.
Der wechter an der zinnen, as er den tag anblâst,die bilgri wurdents inna, arwachtend ûsz dem schlauf,sy rantend hin gar bald gen Trent,dô das Tîtsche lande loider nimpt end.
Sant Symon sy besuchtund, das lieb unschuldig kind,das die Juden tôtend mit grôszer marter pînmit wunderzoichen menig falthât Got das kind geêret, gebeszret Trent die stat.
73Trent hând sy verlauszen, dâr von gefarn zehandze Falcion send sy bnâchtet in der Venediger land,’z Bassun send sy gritten eindie stat ist wol erkunnet das macht der gut rôt wîn.
Welschland was in fremde, die sprauch was in vnkannt,vom gbirg send sy gerente in das eben landdurch Lamparten mit bhendem flîsz,alsô sind sy komen in die stat Tervis.
bl. 3 a.Die Walchen sy besâchent vnd iri schêni ross,harnâch sy kâmend gâhen mit guldin vnd mit gross,die ross sy kauftend innen ab,marcell vnd ganz duggaten was der bilgri hab.
85Dâr von hând sy bald gâchet vnd kâment an das mer,dem ertrîch hând sy gnâdet nun bhiet dich Got der hêr!vnd was wir liebs vff dir verlândheil vnd glick mit gnauden, dâr nâch die êwîg kron.
Ins scheff send sy geseszen vnd gfaren in das mer,Venedig hânds arsehen im waszer stân gar verr,die grôszen rîchen edlen stat.Im Fontico hânds glendet vnd dô gestanden ab
Ins kaufhûs sind sy gangen der Tîtschen legerschaft,sy wurdent schôn enphangen von Tîtscher geselschaft.Ir herberg was sant Jörgen haus;dô fundent sy vil bilgri von fremden landen ûsz.
97 Ein grôszi zal mit bilgri z Venedig zemen kambischof, minch vnd priester, auch meng gut edelman;schlecht lyt, alt frawen kâment dârmit bgird sy wârend warten vff die helig fart.
bl. 3 b. Si dingtend zum patrônen, der was dô ir schiff hêr,si mustend im wol lônen durch das wîte mer;spîs tranck vnd stat vnd frye furhât er in versprochen, dâr zu beschirmung gnug.
Der schifhêr si vff zohe vil zît vnd mengen tag,z Venedi sy verdrosze vngerne sy wârend dâ;Jhêrusalêm dô blangt sy hin,kain warten was in lîdlîch, der kiel fier den dô hin.
109 As nun die zît was komen trometter bliesend vff;all bilgri zemen kâment z Venedi furents ûsz,der wind blies in die segel sêr,der kiel in zwaien stunden schwam in dem hôhen mer.
Die bilgri lugtund vm sich ûsz vff dem waszer verr,das ertrîch was verschwunden und sâchent nichts den mervil tag vnd necht by himels glenz,In Hystria send sy komen an die stat Parenz
Sexs tag sy still dô lâgent vnd wartent vff den wind,der hub her an ze blâsen ze mitternacht gar schwind;gen Kursula in winden landwurdent sy geworfen bis an das trucken land.
bl. 4 a.121 Dô selbet sy sich spîstend vnd furund bald dâr von;der wind das mer was rîszen, das schif rant schnel dâr von;si gwununt starcken wider windhin vnd si schwoiftend, das leben was ir gwin.
Dô sy lang umfurend, der wind fast wider wautgen Lesina sy zu hubund zu der stat gar nâch,dô woltend sy gelendet hân;der wind kam her gestirmet, schif warf er wît hin dan.
Der wind die galê faszet, die segel must ma’m lânhôch warf ers in das waszer, ans land liesz ers nit gaun;doch troib ers hin in ein gewild,zwischet zwên hôch berge, dô lâgents trî tag still.
133 Har ûsz send sy gefaren der wind mit in was dranvnd hând zu Ragus gnâhet, bî nacht sy kâment dâr;am morgen as die sun vff brâchin die stat sy giengend vnd kauftend was inn gbrast.
Die stat ist rîch vnd mechtig wît werbet durch die welt,im mer vnd vff dem ertrîch trîbt sy grôsz geschefftdurch dhoidenschaft vnd cristenhaitden kingen tribut gebet vnd tund ir nit a laid.
bl. 4 b. Die bilgri dârvon furund vil tag hin vff dem mervngwitter sich arhube das waszer wittet sêr;kein bilgri was sô starcker macht,der nit lêg dâr nider, beraubet sîner kraft.
145 Hin firbas send sy komen, gen Chorphun an das land,mit arbait vnd vil komer, dâr von ist kein gesang.Korphun die insel wol erkant,mit mer ist sy umgeben, dô hept an Kriechen land.
Dô fundent sy zum êrsten getailt die cristenhaitdie kriechen von dem remschen hând ein bsunders gfertêwîb die selben pfaffen hând,lang bert vnd unbeschoren, ob alter wild gesang.
Roisig lyt dô wârend ze schiff gewâfnet wol,die das mer bewartend vm iren guten sold,den bilgri seitents bêsen mêr,wie der grime Tircke fur Rodis gschlagen wêr.
157 Der mêr sind sy arschrocken, betriept sy wurdent sêr,dasz sy hettend brochen ûsz irem land sô verr;der hauptmann in in trewen seit;si soltend wider kêren, die fart wurd in sunst loid.
bl. 5 a. Sy mechtind nit agangen der grimen Tircken zorn,sy wurdint all gefangen vnd lîb vnd gut verlorn,man schonti kainer bilgerschafft;sy wêrind Got nitz êren, noch das holig grab.
Dâr vm ir bilgri fromen, sô kêrend wider hoimir migent jez nit komen gen Jhêrusalêm;die Tirken send im mer mit machthin an mag niemen komen, der sîns leben acht
169Die bilgri zemem zogtend, der sach der wurdent’s eins,die bischoff vnd dFranzosen v send gefaren hoim.die edel starck Tîtsch bilgerschaft,sind vnarschrocken bliben, befalhent Got ir sach.
Irn schifman hânts gezwungen, dasz er faren must;den zagen was ein wunder der frêlich vnd gut mutder Tîtschen fromen bilgerschaft,dâr von send sy geschwungen, den tôd hând sy veracht.
An Got hând si sich geben vnd an das himelsch her,mit singen vnd mit lesen, sy betend all gar sêrô Got vom himel sich herab,dasz wir frisch vnd lebet komint zum holgen grab!
bl. 5 b.181 Maria mater pia! du edle keiserin!behiet vns vor den feinden dînes liebsten kindsvnd hilf vns gen Jhêrusalêm,dasz wir migent bsechen dein stall zu Bethleem
Mit dem der kiele rennet gar feintlich vff dem mer;gut wind in Got dô sendet, bald furents wît vnd verrdurch Tircken land mit starker hand;by Madun hând sy glendet vnd giengend dô zeland.
Madun ist gut cristen, die Tircken stôszend dran,zigeiner hând dô gnistet, dô hûset jederman;dô wont meng zemengsamlet volck.Die bilgri in d stat giengent vnd leptend drin gar wol.
193 Doch haut man sy erschrecket ein bösen trôst man gab,sy wurdent nider gleget, dô gieng kain noin nit ab,man sach die Tircken tag vnd nachtin dem mer vmschwoifen vff raub mit ganzer macht.
Was wend ir euch selbs zychen ir fromen bilgeri,dasz ir den tôd nit fliehend, die marter vnd vil pînder Tircken vnd der hoidenschaft,die ir mieszend lîden in der gfangenschaft.
bl. 6 a. Ach lieben zarten bilgri! nun kêrend wider vm,farent hoin mit fride, arfreiend ewer freundwas grôszes lydes vnd grôszer angstwurdent sy enpfahen von ewrem herten gfang.
205 Send ir gefangen worden von den Tircken grim,sô wêr euch wêger sterben, den stêts bî ina sein;dô wêr all stund ein newer tôdvnd nimermê kain rewe bis ir verleugtind Gots.
Der wort hând sy nit gachtet, sy hubent sich dâr vonder wind hât’s schnell gejaget ans land in Candiangen Creta in die alten stat,in der der lieb sant Paulus selber geprediget haut.
Die insel ist gar edel geremt von alters her,die wîsalten poeten dô gemachet hând ir vers;vil gwalts vnd grôszi herlikaitharûsz haut sich erhebet, dem lewen wêrs iez loid.
217 Fruchtbar send die ecker, dô wachst gar edler wîn,dô fint man Malfasyer vnd muscatell dâr bîall ding sind dô in guttum kauffdâr vm das ganze land vol Tîtseher seldner laufft.
bl. 6 b. Die bilgri lang dô lâgend vnd wartent guter mêr,si torftend sich nit wâgen vff das vnghür mer.Ein schimpf ist esz gesein bisherfir hin bis gen Cipern gaut an der bitter ernst.
Candia vnd Cypern gut insel in dem mer,dâr zwischet Rodis liget gar tief im waszer verr,die Tirken send der insel gram,sy habents ganz vmleget im mer vnd vff dem land.
229 Meng mêr die bilgri hôrtend nichtz guts verkunt man in;den dasz sy glick bederftind, soltend sy komen hin,sy wêrind lang mit flîs verspecht,im mer man ir wêr warten, der hêrren vnd ir knecht.
Des gwiszen send ir spilen, ir edlen bilgerin,auf niemant von den wysen, euch selbs nit werfend hin,dasz man nit sprach in bschicht gar rechtsy woltend niemen folgen dem Tircken kuments recht
Das wêr euch fast vnglimpflîch des schaden gschwîgen ichden Tîtschcn wêr esz spetlîch, die Walchen lachtind ir,das ist der Tîtsehen ritterschaftvngwâfnet wend sy fechten vnd hând ir sind veracht.
bl. 10 a.241 Wêrind ir in Cipern, sô hets ein ander gstalt,nit mechtint’s euch arylen mit allem irem gwalt,sô komend ir in’s holig landesz weltind den die Mauren den Tircken bystand tun.
Alsô zu allen orten, sô lyt esz euch fast hertvnd staut in grôszen sorgen ir werdint iber herscht,die Tircken mit der hoidenschaftsy send aun all erbermde den cristen lyten ghasz.
Hierum ir kienen bilgri, sô bsinent euch gar woldas leben ist gar minrîch, fast bitter ist der tôd;nit habent ewer êr zeliebê lând euch ritter schlachen dô hoim in einem krieg.
253 Die bilgri sich bedâchtend, die wort in wârent schwêrsy hând sich kurz berauten, ir warnêrn dancktent’s sêr;Got lôn euch ewers trüwen rautsvnd das euch vnser ellend sô nâch ze herzen gaut.
Wir hând nun gestellet vnd wellint farn hin înargang vns wie Got welle tôd, lebet sind wir sein,vm sînen willen gfaren ûsz;alles dâr wir habint sy sîn dô hoim im hûs.
bl. 10 b.Woluff ir starcken bilgri, bald hebent euch dâr von,sechend nit mê hinder euch, Got wil euch nimêr lânder wind wait her sô glicksamlîch,gen Cypern in das kingkrîch das schiff wirt gworfen glîch.
265 Gen Rodis ir nit farend, der wind laszt euch nit dâr,die Tircken euch nit schadent, der kiel laft hin sô starck,vnd ob sy schon arsechind euchzu migent’s euch nit faren mit irem schwêren zeug.
Die trometter vff bliesend, sy stachend drîn gar starckin kiel die hilgri giengend, der wind wait her fast hart,bald warf hin ins Cypers mer;in Cypern send sy komen, das sy Got glopt der hêr.
Wir bilgri sind ardrunna den Tircken ûsz ir hand,von den schnêden hunden in dises Cyper landkeinr lantschaft sind wir warten mêden wâ wir nun hin komint, dô ist king Soldan hêr.
277 King Soldan ist gar mechtig iber haidesch land,in Orient ist er gwaltig, dô d’sun hât irn vffgangArâbîa, Armenîa,Egipte vnd das helig land stât alsz in sîner hand.
bl. 8 a. Von newem an die bilgri entsazend sich gar sêr,dô sy schiftend von Cypri in das heidesch merô Got! nun hilf vns aber dâr,dasz vns die Sarracêna lâszint zum holgen grab!
Ir gbet, das was gar kreftig, starck furents tag vnd nachtder wind was grôsz vnd mechtig, er dô nie nider glâg.Tharsum das land Cilicieby sîten lieszents ligen vnd rantend vir gar ver.
289 Dô sy nun lang gschiftend, dô ward im kiel ein gschroimit lûten hôchen stimen von galêoten gmoinô terra sancta! heligs land!wir bringend dir vil bilgri ûsz mengem fremden land!
Stând vff ir fromen bilgri vnd lugent wyt vm euch,in Orient stât die gegni, zu der fast blanget euch;dô sechend an das helig land!dâr vm ir send gefaren ûsz euer veter land!
Schovend lieben bilgri, wol glastet’s her sô clâr,berg vnd tal vnd ebni vor ewren augen staut,dô Got vnd mensch hêr Jhêsus Kristvm aller vnser willen geborn vnd crîzget ist.
bl. 8 b.301 Dô das die bilgri hôrtend, dô stigent’s all aborir augen sy vff kêrtend gen Orient dô vor;arsachend bald das holig landvff ir knie fielent’s nider mit woinen vnd gesang.
All priester mit anander, die sungent in latîn„Te deum laudamus” mit lûter heller stim.Dô was gar mengerloy gesang,die bilgri all arschallent, dasz das mer arclang.
0 Got du edler hauptman! vil dancks wir schuldig send,du bist ein gwiszer gloitsman durchs mer vnd durch die vînddas haust gar wol an vns bewist,wan ân dîn starcki bschirmung verlôrn wêr sêl vnd lîb.
313 Wir hând das nit arfochten, noch mit dem schwert arholt,dasz wir durch vînd send brochen ongwâfnet schreckes volesz kumpt von dîner gietikait;mit gsang vnd danck wir lobent dich in der êwîgkait.
Die bilgri jubiliertend gegen dem holgen landô du heligs ertrîch, in aller welt arkant,Marîa ist ûsz dir geboren,d’propheten vnd zwelfbotten hât Got hie ûsarkoren
bl. 9 a. Jndem die kiele nâchet zu dem holgen land,die encher wir ûsz warfend, das schif gwan sîn bestân,doch verr hie ûsz in wîtem mer,dasz vns nichts beschechi von den Sarracên.
325 Wir schicktend einen gsellen, was knecht ûsz vnserm schiff,der kund sich heidesch stellen, des lands was er ein kind,dasz er erwurb ein frî geleit;dô wêr ein schiff mit bilgri von der cristenhait.
Still vff dem mêr wir hubent acht tag mit frîem mut,die Sarracên her furend brôt, ops sy brâchtend gut;des gâbent wir in gelt in d hand;mit lust wir dâr von auszend die spîs was vom holgen land.
Die botschaft ward geworben hin gen Jhêrusalêm,der gardian wol versorget mit starckem Mamaluckenmit seldner vnd vil esel knechtans gstat gen Japha kâment vnd bsâchend vnser scheff.
337 Japha vor alten zîten Joppen ist genent,man holt vns ûsz mit schiffen an das selbig end,vnd hând vns all mit namen zelt;man zog vns as die gfangnen vnder alti gwelb.
bl. 9 b. Dô wir in’s gwelb send tretten, ellend herberg was dô,esz lag mit laub vol drecken vnd der hoiden kaut,die statt mit flîsz verwiestet war,nasz von harn vnd schmecket, tiur was hew, strô vnd gras.
Och Jhêsus aller bester, das ist vnhoflîch gfarn,das dînen liebsten gesten, sô ermklich zu broit haustim gstank der schnêden hoidenschaft,die herberg ist baufellig, dô ist kein hilf noch raut.
349 Nun hôr vff, lieber bilgri, ze murmlen wider michgedenck, dasz ich in dem rîch aun schuld gecrîzget bin.Ein gast bin ich gewesen hiein allen mînen tagen gut leben hett ich nie.
Gedult solt billîch haben vnd mich dô sehen an,esz ist ôn dînen schaden, dasz dich gât lîden an;dô mit verdienst du s’himelrîch,ein zoichen mîner lieben dâ sich hin, kestgô dich!
Vergib mir Got von himel, mîn unverstendlîch red,ich hab’s nit bas besinet, ich waund im wêr gar recht;gern wil ich lîden, was du wilt,gib mir nun gedulte vnd bschech dîn bester wil.
bl. 10 a.361 Unser ding ward beszer, die hoiden kâment her,sy brâchtend vns rôswaszer, brôt, fîgen, floisch vnd oir,dâr zu ein kielen waszer trunck,den wîn hând wir verborgen, dasz wir nit kêment drum.
Hêr Benedict ein priester, des von Bubenberg caplân,ein flesch mit Malvasier het er zun haupten stân,die haiden wurdent ir gewôrmit gwalt hând sie ims gnomen, ûsztrunkents ganz vnd gar.
Wîn dSarracên nit trinckent von Machumets gebot,wô’s in aber findent, dô fillent sy sich vol,von einem suff sy truncken sendvnd werdent ganz hirnschellig, beraubet irer sinn.
373 As wir vns schlauffen legtend mit sorgen vnderm gwelb,dô haut man vns arwecket nâch mitternacht gar schnellwol vff ir bilgri all gemoin,sizend vff die esel hin gen Jhêrusalêm!
Die bilgri das arhôrtend sy schluffend ûsz dem gmyr;die hoiden sy hin furtend, by den was in vngeheur;ir sprâch was in gar vngemoint,caldeisch sy nit verstondent, weder jâ noch noin.
bl. 10 b.Sy sâszend vff die esel vnd rittend von dem mer,mit forcht vnd grôszem ellend gen Rama mit irem her;dô blibents etwen mengen tag;was sy dô erlitend, das nêm vil red vnd klag.
385 Der sich nit lîcht lauszt mien, der kumpt des basz dâr von,der schimpf sich lâst verdrieszen, mit dem hept man erst an;mit schwîgen iber wint man vil,mit gietigkait vnd mit tuget bricht man den haiden spil.
Ze Rama send bês lottren, den cristen gram vnd ghasz,wiesten schimpf mit spotten, tribents frie vnd spaut;die bilgri wenig ruw dô hând,sy ligent dô inschloszen bis schäzung gnug druff gaut.
Gut bilgri gern das lîdent mit freiden niements vffgedult sy dô bewîsent kain zorn sy stôszend ûsz;das bîspil hânds in Jhêsu Krist,der in denen landen ôn schuld gecrîzget ist.
397 As d’hoiden vns geschaztend, sô verr esz müglich was,dô lieszents vns hin zoppen vm zwai nâch mittem tag,des volcks was vil, der staub was dick,die sun brant heisz, man îlet sêr vnd kâmend an das gbirg.
bl. 11 a.Dô wir zum gbirg nun kêment, in ein tief dunckel tal,schwarz nackat lyt vns kâment, grim ein grôssi zal,mit dromedar vnd kemeltier,kaufmaschaz sy somtend hin ab bis an das mer.
As sy vns arsâchend, ir bogen spienents vff,mit stain sy gegn’is warfent, den weg verhubents vns,sy fielent vns nit frevel anhet man vns nit arweret, der strît wêr gangen an.
409 Die gloitslüt vns arrettend vnd offnetend den wegd’Mammalucken mit in rettend mit irem wilden gbrecht.Das ruchtal rittend wir hin vff;die sun sich nider sezet, vast vinster ward der luft.
Wir rittend vff vnd abe in dem iüdschen gbirg’ganz was esz worda nachte, der weg was streng vnd irsvnd stondent ab vff rûchem feldmit den scorpionen nâment wir d’nacht feld.
An einer gêchen halden, bî einem brunen kalthând sy zemen ghalten bêd, crist vnd d’heidenschaft,sy rittend dô ein kleini wîl,wer bôrt vnd waszer hette, der dûcht sich sîn gar rîch.
bl. 11 b.421 As wir alsô sâszend, dô stoig der môn dô her;vff mit dem her wir brâchend vnd rittend tal vnd bergmit lust im holgen glopten land;wer die gschrift hett glesen, dem was esz wol arkant.
Der tag fieng her anbrechen, die sun mit irem glast,hôch gbirg wir wurdent sehen Jhêrusalêm drîn stât;die helig wirdig edel statin der vnser hêr Jhêsus sîn marter glitten haut.
As esz nun ward vm sexi frie an demselben tag,dô sâchend wir her glasten die aller heligst stat,sy ist genent Jhêrusalêm,man fint kain cristen menschen, der sy nit sêhi gern.
433 Wir fielent ab den eslen vff vnser antlit blôsz.vff d erd hând wir vns gstrecket mit frêlîch gsang vnd lobvnd giengend in die holgen stattdurchs fischdôr abhin für das helig grab,
Beschloszen was das minster, wir lâgen vor der tir,weinen, beten, sizen, andâcht was dô nit teur;ô hêr! grôsz lob sî dir gesagt,dasz wir sint komen für dîn heligs grab.
bl. 12 a. Nimermê wil ich vergeszen dies hôch gelopten tags,an dem ich hân arlebet z sehen das helig grab,vnd ander wirdig gnâdrîch stet,dô Got vnd mensch hêr Jhêsus sîn wesen hât gehept.
445 Dârnâch sind wir gegangen an den berg Syondô lêt man vns gefangen in ainen schênen hof;dô blibent wir den ganzen tag,die Sarracên vns langtend, was vns nôtdorft was.
Die Juden vnd die hoiden vnd die Samaritanwârend vns wol gnaiget das gelt sy sâchend an,gar wenig trôsts anfiengend wirvon den cristen menschen die im land seszhaft send
Mornes frie am morgen, as die sun vff giengzu vns kâment die Mauren mit sant Franciscus dienst,vnd zeigtend vns die holgen endan dem werden Oelberg vnd in Jhêrusalêm.
457 Zum êrsten send wir gangen fur das holig grab,vorm minster send wir gstanden, wen esz beschloszen was;dô ist ein schêner wîter plaunmit marmelstein besezet, vff dem ist remschi gnâd.
bl.12 b. As wir die gnâd enpfiengend, dô schiedent wir dâr von,ein gassen wir abgiengend zu sant Fronicken hof;dâr nâch gar bald ist ein crîzweg,dô hubent wir all stille vnd fielend vff die erd.
An dem selben ende as Kristus sîn crîz trug,dô haut er sich vm gwendet, den frawen sprâch er zu;ir döchtren von Jhêrusalêm,vber mich nit woinent die klag den sînen gend!
469 Fürbas send wir gangen für Pilatus hof;Got ward drin ibel ghandlet mit goislen vnd mit spotein dirni kron ins haupt getruckt,dem habent wir gedancket das hûs gêrt mit dem kus.
Jn dem holgen hûse, dô sizt ein grimer hoid,kain cristen lauszt er drîn gân, das ist den bilgri loid;er wil nit gelt, noch miet, noch gaub,den cristen ist er ghasze, er sy nit sehen mag.
Mit woinen vnd mit kumer fur giengent wir hin ûsz,nît wît dô send wir komen zu king Herodes hûs,der Kristum schmêcht ôn alle rechtvnd schickt in zu Pylatus, der im dêt tôds recht.
bl. 13 a.481 Furt giengent wir mit gbete zu vnser frawen schul,dô sy die gschrift hât glernte, dâr bî Sant Annen hûs;dâr in Marîa gboren ist;die hoiden esz beschlieszend, dasz nit gang drin der crist.
Wir hând auch dô arsehen, des rîchen manes hûs,der Lazarum verschmêchet; teglîch lebt er im sûs;er ward vergraben in die hellLazarus, der betler, ward Abrahams gesell.
Dâr bî stât auch der tempel, den man nent Salomon,man lâszt kain cristen menschen in den tempel gân;die hoiden tund ir gbet in imvnd Machmet, irn verfierer, lobents auch dârin.
493 Der tempel ist gbût kestlîch mit ply das dach bedeckt,rein vnd dâr bî zierlîch mit marmelstein glat bsezt;das dut den fromen bilgrin wê,dasz Machmet der verdamplut in dem hûs sol sîn hêr.
Dârnâch sind wir gegangen zur stat ûsz durch ein tôr,Effraim mit namen nun hoiszts sant Stephas port,und kâment ein gêch halden aban das helig ende, dô er verstoinget ward.
bl. 13 b.Hinab wir furbas schlugent ins tief tal Josaphat;dô hând wir vm vns gluget durch aller menschen stat,dô Got der Hêr zum jungsten grichtzemen wirt versamlen aller menschen kind.
505 Dô send wir sêr arschrocken des grimen herten grichts,wir stundent ganz arstocket ach wir bittind dich!gib vns hie stat zar grechten handvnd lausz vns bilgri gnieszen, dasz wir bsucht hân disz land.
Jn dem tal ze nidrist ist der torrent Cedron.Wir send gegangen driber an Oelberg, der ist hôch,und vnser lieben frawen gstift,dô sy von denn jungren mit êr vergraben ist.
Die kirch ist tief im ertrîch vnd s grab a mitten drinvon marmelstein gar ertig vil amplen brinent drin.Marialîb ist nit mê drinmit lîb vnd sêl arhebet iber cherubin.
517 Ein salve wir dô sungent, vnd giengend vff hin dârvnd sind in garten komen, dô Jhêsus gfangen ward,indem er kam in têtlîch nôt;ô vater ist es miglîch von mir nim disem tôd!
bl. 14 a. Von angst er blut dô schwizet, die Juden kâment dâr;Judas in falsch kisset, gebunden wart er hart.Sant Peter mit dem schwert schlug drînMalchus ward verwundet; gesund macht Jhêsus in.
Wir vff den Oelberg stigent ze ebrist vff den spiz,dô Jhêsus ze himel hin vff gefaren ist,Dâ nâch lyt Galiläa s’dorfin dem Krist sîne junger sîn warten hiesz nâchm tôd.
529 Dô hât man hin geleget alle remschi gnâd,die dô ist an stetten, dô man vns nit ein laut.Für kâment wir gen Betphage,hinab send wir gegangen in d kirch Pelagie.
An d’strausz sind wir auch komen, die Krist am palmtag roit,„osanna” kind dô sungent, Kristus hât sêr dô gwoint,vnd sprâch, dô er die stat an sach„Jhêrusalêm vnd wisdist, sô hettist mit mir clag”!
Er roit durch d’gulden porten mit gsang vnd grôszem lob;die hoiden lânds nit offen, esz ist ein grôszes tôr.Heraclius der keyszer strengmocht hin durch nit rîten mit keyserlîchem preng.
bl. 14 b.541 Mit îlen wir abgâchtend an den torrent Cedron,Sant Jâcobs hol wir bsâchen, dô was mir bsunder wol,dô hând d’prediger ein clôster gheptdie Sarracên hânds gbrochen vnd jêmerlîch zerzêrt.
Dô selbet haut gebawen king Josaphat sîn grab,das tal von im hât gnomen den namen Josaphat,vnd Absolon haut dô sîn bgrebtgar kestlîch hôch gebawen; die kind esz fer arschreckt.
Dâr nâch sind wir firtkomen im tal an berg Syon,zu dem holgen brunnen genempt ist er Sylo;in den Jhêsus den blinden schicktas er sich drûsz was weschen, dô nam er clâr gesicht.
553 Acheldamach der acker, vm die drîsg pfening kauft,in dem man ist bestatten die fremden bilgri auch,von Syloe nit vast ver lît,wir sâchend durch die löcher, etwâ meng tôdlîch.
Vil werder heiligen stetten send im tal Josaphatich mags nit all arzelen zelang wurd mir der tag,wir giengent durn torrent Cedronvff hin gen Jhêrusalêm vff den berg Syon.
bl. 15 a. Ze Syon vff dem berge, dô sungent wir ein amptvon dem holgen Gaiste, den jungren dô gesant;des ledst nacht mâl dô ward vol brâchtdick nâch sîner urstend ist Krist arschinen dô.
565 Die holgen crist zwelf botten, dô haund den glauben gmacht,Marîa d muter Gottes hât dô ir oiges gmach,in dem sy schied ûsz diser welt;die junger sich dô tailtend in disi wîtti welt.
Dâvid der helig kinge vnd der wîs Salomon,mit andren edlen kingen von den Krist ist geborndie habent dô ir palast ghept;dô bî von grôszen kosten ist gwesen ir begrebt.
Caiphas vnd Annas hând dô ir heff gehept,in denen Jhêsus gfangen schmâch, lîden haut gehept;verleignet ward zum dritten maulvon seim jünger sant Pêter, den rewen gwan er dô.
577 Syon der helig berge lît sêlger stetten voll,von Annas haus nit verre ist Sant Pêtrus hol,dâr in er sich verborgen haut,dô er haut verleignet, bis an Ostertag.
bl. 15 b. Syon, die stat, beschirmet vnd bhiet Jhêrusalêm,das ma’s nit mag stirmen mit gschiz wirt esz wol gwert;wer gwinen mag den berg Syon,der bdarf im nit mê firchten Jhêrusalêm wirt im wol.
Vff Syon lît die vesti, das schlos Dâvid des kings,man wert sich drûsz mit sterki, dasz esz niemen gwin.Vil wunder seit die gschrift dâr von,das lied wurd sich verziehen, dâ mit lausz ichs an stân.
589 As wir die stett besâchend, dô liesz man vns an d’ruw,dô vesperzit hernâchet, dô haut man vns gerufft,vnd furt uns abhin in die stat,für das helig minster, dâr in s’grab Kristi stât.
Die bilgri alsô stundent, den tempel sâchents an,mit schliszen dhoiden kument vnd zaltend ieder man,vnd lieszend uns in kirchen gânam ruggen schlugents tir zu dnacht must wir gfangen stân.
O du frye gfenknus, wol bist du vns sô lîcht!Jn vnsers hêrren begreptnus des fron zarten lîbs!Vil iâr vnd tag ich bgert hân dein,du bist mir nun zlieb worden, iez gân ich ûsz vnd ein
bl. 16 a.601 Die kirch ist grôsz vnd kostlîch vnd bgrîft vil helger stett,die cristen all gemoinlîch send drin mit mengem gfert;wer Jhêsum Krist für sîn Got halt,er glaub das, wie er welle, sô fint er sîn gestalt.
Ein procesz wir dô machtend um die holgen stettin unser frawen capell, dô ist die saul gesezt,an der Jhêsus gegaislet wardremisch gnâd wir dô enpfiengend vnd kâment hin fürbasz.
Wir send stapfel vff gangen zum berg Calvârie,dô Krist am crîz ist gstorben, dô er den tôd an loid;dô sichst das loch im felsen noch,dô ’scrîz ist in gestanden, die stain spelt sicht man noch.
613 Ein lust was esz ze sehen der bilgri grôsz andâcht,die an den holgen stetten mit ernst dô ward verbrâchtmit woinen, betten, inikait,esz wêr eim stainin herzen sîn sind dô worden loid.
Den berg hând wir verlâszen vnd giengend bald harab,in den schênen garten, dô stât das helig grab,in felsen ghauen maisterlîch,dâr in Krist ward vergraben, arstund drûsz untötlîch.
bl. 16 b.Unser freid was grôsze, es wêr’s der Ostertag;wir jubiliertend fast sêr vnd sungent alleluja!all vnser loid vnd trûrikaitist vns dô verwandlet in ein frêlikait.
625 Vom grab wir vns abschiedent vnd kâment in ein kruft,vast tief wir abhi giengent, dô was kain liecht noch luft.Helena, dô die trei crîz fand,das recht hât sy erkenet, der tôt zum leben kam.
Noch vil holger orten im tempel send harum,die nacht wir sie besuchtend mit liechten um vnd um;sô dick s’eim bilgri eben was,gieng er vff Calvâria vnd in das helig grab.
An mitten in dem tempel, dô stât das helig grab,dâr bî gen Orienten ist kirch von Golgatha;die stât amitten in der welt;man zoigt an ort im kore, dô ist s’mittel der welt.
637 Dô esz mitnacht was worden, dô klopft man vff ze mess;die priester sich besorgtend vnd lasend allsand mess;die andren bilgri all gemoinmit andâcht hând enpfangen, das helig sacrâment.
bl. 17 a.Der tag dô her was tringen mit sînem hellen glenzwir hubent an ze singen ein mess vom sacrâment,in chor des bergs Calvârie;die mess was nit ganz gsungen, man hiesz vns ûsz hin gên.
Die hoiden kâment stirmen mit ir ungstemner wîsuns tribents ûsz der kirchen in spitâl gieng wir glîchvnd bliebent in Jhêrusalêm,bisz vesper send wir gritten hin ûsz gen Bethleem.
649 Den trîen holgen kingen wir nâch gefarn send,Herodes was sy senden gen Bethleem zum kind;am ort, dô in der stern arschein,dô stand dry teuffer brunen von Rachels grab nit wît.
As wir zum castel kâment, dô wurdent wir geschmêchtvon hoiden, die uns bkâment har ûsz, king Soldans knecht;sie schlugent, rupftend, stieszend unsvnd zugent ab den eslen; doch machtents nieman wund.
Das mag ich nit verschwîgen was mir dô selbet bschach.Ein hoid kam gemir gritten, den spies er zu mir stach,as welt er mir zum antlit zumit flîsz er mîn dô fâret und stach mir ab mîn hut.
bl. 17 b.661 Wir kâment in das clôster sant Jêrônimusund giengent in das minster, dô gstanden ist das hûs;der stal dô Krist in gbôren istvnder einen felsen das kripli dô bî ist.
Dô schluffend wir hinunder in das selb gehyl,wir haund uns dô verwundret von Gots geburt sô new,die muter ein keisch junckfraw was,das kind war Got und mensche vff disen stain dô lag.
Den stain hând wir gelobet mit andâcht kisset in,das kripli hând wir gêret, in dem dô lag das kind,dô stand zwên altâr wol geziert,die kruft ist hipsch und kestlîch von marmelstain poliert.
673 Fir wâr darr ich das singen Got zlob und im ze êr,dasz vff denen zwingen, dô nacket lag der hêr,dâ zeucht har ûsz ein edler gschmackt,yber specerî und bisam himelsch ist sîn art.
Uudern holgeu stetten, sô ist das die fürnemst,von hoiden und von cristen wirt sy besucht mit ernst;kain mensch sich dô anthalten magvon andâcht musz er woinen mit freid ein sieszi clag.
bl. 18 a.Bîm krippli hând wir gwachet die selben ganzen nacht,mess hând wir dô gmachet von Kristgburt z’mitternachtas ma den tut durch Kristenhait,an dem holgen Kristtag, sô man die gburt begêt.
685 Ein wunder kestlich Gots hûs stât vff der holgen kripp,dô haut sanctus Jêrônimus gesezt die helig gschrifft,im tal hinab der hirtli statt,dô die engel sungent, das Got sun gboren was.
Mit hôchen sieszen stimmen sungent sy mit schallglôria hôch im himel! dasz esz wît arschall;der engel was ein grôszi zalmit himelschlîcher clârheit arlîchtend sy das tal.
Wir hând auch dô besehen der heilgen kinden bgrebt;Herodes hiesz arstechen Joseph dô von sich hept,Marîa mit irm liebsten kindsend in Egypta gflochen, gwont siben jâr dâr in.
697 Von Bethleem wir schwungunt in das judsch gebirgZacharîa’s hûs wir fundent, dâr ein Marîa eiltvnd gruszt ir mom Elizâbêth,dâr von sich freit Johanes in muter lîb gar sêr.
bl. 18 b. Marîa dô was singen das siesz magnificat,Johannes gnâd enpfunden, Elizabêth danck sagt,und Zacharîas ward prophêt„benedictus“ ward er singen, das êwangêlisch lied.
Dô send wir nider gseszen und gnomen tranck und spîsbrôt hând wir dô geszen, teur waszer was vnd wînvnd rittend hin in grôszer hizvnd kâment an das ende, dô gwachsen ist das crîz.
709 Dô staut ein hêrlîchs minster, das hând die cristen inn,wir fundent dô kiel waszer vnd trunckents für den wîn,vnd rittend gen Jhêrusalêmdô send wir aber komen in unsern spitâl hein.
Am âbet man uns locket in das helig grab,drin hât man uns beschloszen, wie vôr die selbig nacht.Dô ward der edel Jörg vom Stainrecht, redlîch ritter gschlagen, Got geb im glick vnd hoil.
Des selben glîch die andren vil guter edler lytvon Schwauben, Paier landen, von Oesterrîch vnd Schwîz,die habent gnomen d ritterschaftmit strengi und stercki in dem helgen grab.
bl. 19 a.721 Ir send des nit vergeszen, ir kienen ritter stolz,wes ir euch hând vermeszen ze trôst dem cristen volck,dem helgen glauben nit stân abdie priesterschaft zbeschirmen, strîten ums helig grab.
Die sun was her dô lîchtend vnd machet clâren tag,wir wârend vns vast risten vff ein gwâgti fartdurch d wiesti hnab gen Jêrichôund durch die wîta feldung zum holga Jordan zu.
Der patrôn was nit willig, dasz man uns abhin fürt,er sprach esz wêr unbillîch, wir seltend stân in ruwvnd blîben in Jhêrusalêm,wen dlandschaft bî dem Jordan wêr gar ungeheim.
731 Jr seltend euch hân bniegen, ir fromen bilgeri!die ir bis her sind gfieget und dô mit rewig sein;bîm Jordan ist ein unghür land,esz lauft vol Madianita mit arabscher hand.
Es dar dô niemen wandlen jud, hoid noch cristen man,die lyt send sy behamlen mit frevel grîfents dran,und kêm der king Soldan dôhiner miest sîn ir gefangen, er wêr den stercker, denn sy.
bl. 19 b.Das merckant guten bilgri vnd lând die fart an stân,habent laub vnd fryi z Jhêrusalêm um zgân,an allen orten, wau ir wend,ûszgnomen in tempel, dô Machmet hât sîn gspenst.
745 Nâch denen schwêren worten atail arschrocken send,dô mit sends wendig worden und send beliben inn;zJhêrusalêm irn quies ghept,mit schwêren grôszen sorgen hând d andren sich erhept.
Die selben send eins worden und furund hin dâr von,von Jhêrusalêm an Jordan an Got hând sy sich glân.Ach, Got du bist doch unser hoil!Hilf dasz wir nit werdint den Madianiten z tail!
Du haust uns wol behietet bis her vff dise stund;vorn hoiden und vorn Tircken und vor des mers abgrund!an dem solt uns, ô hêr! nit lân,dasz wir migent komen an den bach Jordan.
757 Usz send die bilgri gritten durch das tal Josaphat,den Oelberg vff gestigen ge Bethania in d statdô bsâchend sy Lazarus grab.Dâr von send sy gefaren ein grîsamlîchs tal ab.
bl. 20 a.Uns haut die nacht begriffen bî einem brunen kalt,dô blibent wir bî sizen was unser vffenthalt;in altem gmîr, dô rutend wirvol was die stat unzibels, der ruw was nit vast vil.
E dasz der tag herbrêchi, wir rittend firt hin dan,hôch felsacht, schmal, bês wege, was unser besti ban;von Got was esz ein wunder werck,das niemen ztôd ist gfallen an dem gêchen weg.
769 Den weg ist offt gegangen Jhêsus der hêr bârfusz,dâ vff und ab er wandlet sîn arbait die was grôsz;das macht uns bilgri d’arbait lîcht,der tag ist her gegangen vm vns wir sâchent wît.
Ans end send wir geritten dem hôchen rûchen gbirg,in ein feldung wîte, dô Jêrichô in lît.Der feldung rittend wir ein endvnd kâmend in ein wildin, dô der Jordan rent.
Johanes der êrst teiffer, dô têt sîn penitenz;das volck er dô was tauffen auch Jhêsum Kristum selbsden holgen Gaist sach er vff imvon himel hôrt er denen Got des vaters stim.
bl. 20 b.781 Wir hând uns dô vff bunden und gbadet im Jordan,etlîch hin uber schwument Fêlix was vorna dran;ein bilgri unde zucket wardvms leben wêr er komen, hett man sîn nit gewart.
Esz schwiment wildi tiere hoimlîch im Jordan,har vff vom tôten mere, dâr ein der Jordan gât;die zuckend unders waszer gschwinn;was sy dô argrîfand; das fierents mit in hin.
Bîm tôten mer wir wasent, das reucht und niblet sêresz ist ein unchürs waszer, dô hât gstrâft Got der Hêrfinff Stet Gomor vnd Sodomahâts hellisch feur verbrenet nichts griens mag wachsen dô.
793 Hôch berg man dô ist sehen, die hoiszand Engaddi,vff den ist etwa gwesen der wîngart Balsami;jez ist er in Egipta lander mag nit gimptet werden denn von cristner hand.
As wir nun usz gebaddent, wir kêrtend wider vffzu Johanes cappel, jez ists eins hoiden hûs,der ist uns cristen gram vnd ghaszkain crist dô für darr rîtten im z êr musz er stân ab.
bl. 21 a. Durch sand send wir gewatten die wîten feldung vff;gen Jêrichô durch d rôsgarten für Zachêus hûs,vnd kâment vff gen Galgalazu Helizêus brunen, den er macht siesz mit salz.
805 Dô habent wir getrunken und geszen trucken brôt;nit beszer hând wîrs funden, das wârent wir gar frô.Etlîch send dô entschlauffen wol;die andren send gestigen vff das gbirg gar hôch.
Mit sorg sind wir gestigen durch die schrofen vff,zum felsa hând wir grigen und klument verr hin vffin ein wild hol was grôsz und rûch,in dem unser hêr Jhêsus die fierxgtag vastet z.
Der bês Gaist in versuchte, sprâch bist du Gottes sun.sô mach die stain ze brôte und biesz dîn hunger schon?Jhêsus gab im in kurz z verstân,dasz in dem wort des hêrren der mensch mechts leben hân.
817 Harab send wir dô klumen in das eben feldvnd wît gauen umhi an ein andren berggrim, hôch, vnd gêch der selbe wasvon schrofen vnd von felsen, dô nit wechst laub noch gras.
bl. 21 b. Hin vff send wir gestigen ein langen gêchen weg,in d’hêhi sind wir gstigen ze ebrist vff den berg;der bês Gaist Kristum fürt dô hin,er zoigt im alle kingkrîch und jach si wêrind sîn
Er welt ims als argeben, wan er ein ding welt tun,dasz Kristus in anbetet fur got selt er in hân.Heb dich von mir, du Sathanas!Man sol Got allein anbeten und dienen tag und nacht.
829 Vff dem hôha felsa, dô sicht man ûsz gar wît;die berg in Galilea Moab, Arabîa Seir,Neb Phasca vnd Abirim,vff dem der helig Moyses ins helig land sach in.
Man sicht auch verr ins land ûsz die berg Armenîe,vff dienen nâch der sintflusz bloib stân die arch Noë.Sylo, Engaddi, Lybanum,den Jordan und das tôd mêr und dlantschaft drum harumb.
Wir send harab gestigen vnd kâment in das her,vff d’esel war wir sizen, für hin wir habent kêrtvffs gbirg gegen Jhêrusalêm.Des wegs ward uns verdrieszen; ach Got, wêr wir dôhoim!
bl. 22 a.841 Den weg sind wir vff komen, dô der in d merder fiel,sy haund in braupt und gwundet der priester für in gieng;dô kam der trew Samaritân,sîn wê hât er verbunden, mit flîsz im rât getân.
Das gbirg send wir vff gritten gen Bethania,dô warend wir absizen und bsuchtund hüsser dôund kâment in sant Martha hûs,dâr ein sy lud den hêrren und wartet im wol ûsz.
Von Bethania send wir gangen vff gen Bethphage;den weg, den Kristus wandlet, as er ans crîz wolt gee;und bsuchtend dô die holgen stett,dô Kristus sîne jünger das pater noster lert.
853 Dô mit sind wir gangen in d’stat Jhêrusalêm,ein tail bilgri hând gwandlet noch eins gen Bethleemund habent uns dô wol arliebt,bî dem holgen kripli und kêrtend wider fir.
Etlîch tag wir blibent gern in der heilgen statt,ein nacht wir noch vertribent bî dem holgen grab.Dâr nâeh send wir geseszen vffvnd send mit naszen augen z Jhêrusalêm gritten ûsz.
bl. 22 b.Ungern hând wir uns gschoiden von Jhêrusalêm;uns beschach dô loider dem am schoiden von hoim;nu bhiet dich Got, du holge stat!nit wird ich dich sehen im zît all mîn lebtag.
865 Got der wel dich bsezen mit einem andren volck,das dich basz sî argezen, denn das ellend volck,das Machumet verblendet hautKrist wel dich arretten ûsz aller missetaut.
Mit dem wir hin ûsz schlugent von Jhêrusalêm;dick wir hindris lugtend mit clagen und mit wê.Den Oelberg sach wir verr vnd lang,bis dasz wir abkâment in das eben land.
Die hoiden hând uns gloitet mit einem grôszen her,das uns niemen kain loid dêt; sy forchtend unser sêresz was arschollen in dem land,wie dasz ein grôszi hêrschaft von cristen wêr im land.
877 Ein tief tall sind wir gritten in dem gbirg Juda,dô haut Dâvid bestritten den risen Goliathmit stainen warf er in ze tôd,mit seinem oignem messer abschlug er im den kopf.
bl. 23 a.Dâr nâch send wir komen gen Eumaus ins castell,dô Kristum bkantend d jünger im brôtbruch ôn zwîfel,dôr nâch lît Aramathîa,danna was hêr Joseph, der Kristum leit ins grab.
Vil schreckes wir hând gnomen vff derselben strausz,wenn auch die Mammalucken wâret vast verzagtsy bsorgtent, wir wêrind verspêcht,und wurdent uberfallen mit gwalt aun alles recht.
889 In ein dorff wir kâment, do waurend pauren bêsfraw, kinder und die manen sind uber uns getestmit stainen wurfents in das her,das etwa menger bilgri, dô von ward versêrt.
Es ist in denen landen das schâmlîch regimentwer den andern bhamlet, der braupt in bis ans hemd;wen welcher dô, der sterker ist,der wirft den andren nider, er sî nit hoid ald crist.
Von Rama send gritten gen Joppen an das mer,dô hând wir vil arlitten von der mauren her,wen dô esz an ein schoiden gieng,was uns mochtend zucken, dô rantents mit dô hin.
bl. 23 b.901 As wir nun ans mer kâment dô was grôsz Jârmarkt dômit merzen und mit krâmer, d’ ganz palastin was dô,und hettend gwerb bî unserm kielund unser galêoten mit in dô hettend foil.
Ein hoid was an mich gwachsen, mîn seckel wolt er hân,ich wollt imma nit lauszen, er hub und zert vast drân;dô zuckt ich d’ fûst, abschlug im d hand;er zuckt sîn arnbrost bogen; ich bald von im dô rant.
Die nacht sind wir beliben ze Joppen an dem mer;mornes hând wir gschiffet durch d’ schrofen in d’ galê;doch hôrtend wir vor mess am land;die hoiden auch dô stundend uns cristen was es and.
913 Alsô send wir gschoiden, ganz von dem holgen land,mit grôszem wê vnd loide, Got ists allein bekant;hert leben hând wir ghept im land,helikait der stetten têt uns das ellend sanft.
As wir in d’ galê kâment, dô hett der schimpf ein end;ellend und grôsz iâmer hând wir enphunden phend;das schiff vol siecher bilgri lagg,kain wind was in dem waszer, dâr um was grôszi clag.
bl. 24a.Ein wind hât sich arhebet was klein und wert nit lang,den kiel haut er vff ghebet, troib uns vom holgen land.Wir sâchend sgbirg Armenîe;der wind ist nider glegen, das schiff mocht nima gên.
925 Vil tag wir alsô stundent still vff dem wîten mer,grôsz hitz vnd waszer mangel, dêt uns gar vîntlîch wê;etlîche wurdent braupt ir sinn,von hiz send vil gestorben, man senckts ins mer hin ein.
Unnizlich wir um furund vil tag und necht im mer,was man sich solt firen, das was grôsz mangel sêrwer ellents sich nit gmetet hett,der hub an dô ze sterben, dô was kain hilf noch rautt.
Ich welt vil lieber woinen, wen ich dâr an gedenck,denn ich dâr von mig singen, das cleglîch arm ellendder zarten edlen ritterschaft,das sy haut arlitten in der wider fart.
937 Nâch vil tag hând wir gsehen das gbirg im Ciper land,arkickt war unser leben uns planget sêr vffs land;all bilgri nâment kreftikait,dasz wir wider sâchend ein land der Cristenhait.
bl. 24 b.Wir kêrtend uns zum land, bald z’ Salina an das port;dô ist ein wîer, ganz salz, man fierts an alle ort,man kaufts dô her in alle land,sîn ist vast vil und wolfeil, as wêr es lûter sand.
Die edlen send vff gseszen und rittend hin ins rîchmit iren trewen knechten in d stat gen Nicosy;des kinges gselschaft bgertend sy,die kingen zart von Cyper gab in ir gefrîi
949 Die stat ist grôsz und wîte und hât ein vest castell,in dem ein clôster lîte gebewt mit wîs marmel;die prêdiger habent drine hûs,dô ist vor alten zîten meng glert man gangen ûsz.
Ein kestlîch land ist Ciper, den Titschen ungesund;dô sind wir lang bliben, êh wir uns kêrtend um.Die bilgri wurdent alsant schwach,es sy in galê kâment, z’ bett fielents aun all kraft.
Hin und her wir stîrtent, der wind dêt uns kain hilf!dârunder etlîch sturbent den Got genêdig sî;ellendklîch schiedents ûsz der welt,Got sî sie basz trêsten, dert in ener welt.
bl. 25 a.961 Wir stundent auch in sorgen; den Tircken kêm wir z’ hand,alsô an allen orten groif uns Got schwerlîch an.Ach wie wils uns auch nun argaun,mieszend wir im ellend, sô cleglîch all vergân!
As wir nun Cyper lieszend, dô forchtend wir uns sêr,wir warend Rodis fliehen wît vff das hôhe mer;streng fluchend wir der Tircken hand,vil lîchter wêr uns gwesen der tôd von Gottes hand
Gmach send wir umgfaren das wetter was nit gut;ein schiff kam gegnis gfarn, das brâcht uns mêr vast gutnun lobent Got ir bilgri gmoin!Die Tircken sind arschlagen von Rhodis gflohen hoim.
973 Marîa, mutter gottes und sant Johans der rauch,hând iez arrettet Rodes, die Tircken hând die fluchtdâr um sô farnt gen Rodis zu,und bsechend die hilf Gottes, die er den cristen dutt.
Sô das die bilgri hôrtend gen Rodis kêrtents zu,der wind hauts dô geworfen enpfangen wurdents schôn;dô kam hâr Fridrich, einr vom Stainund suchet undern bilgrin, ob sîns gschlechts etwar kem.
bl. 25 b. Dô vand er sînen vetter hêr Jörg, sîns bruders sun,mit hêr Felix einrem predger von Zirich und von Ulm,hêr Adrian von Bobenberg,mit hêr Benedicten, hettend psunder zech.
985 Die fier hând zemen dinget mit lîb und auch mit gutmit eszen und mit trinken mit trew und gutem mut,kain gsellschaft was im schiff der glîchsy lieszents iber s’ gelt gaun im sûs wol leptend sy.
Rodis wir bsâchend, der Tirken lëgerschaft,die tirn ze boden lâgent, die mûren gschoszen ab,vil nôt und angst hând sy geheptnoch hât in Got geholfen, der Tirck ist nider glegt.
Von Rodis sind wir gfaren gar trêg gen Candia;der wind hub an zestarcken, as wir wârend dôund warf uns ûsz hin gen Madun,danna sind wir grennet fast schnel bis gen Chorphum.
997 Das wetter hât sich gendret, die wind send worden grôsz,gar phend send wir hin grennet des wârend wir gar frô;doch forchtend wir den schiffbruch sêrdie wellen grim herschlugent der kiel ward bedeckt mit mêr.
bl. 26a.Wir send vil tag gewesen im schiff aun feur vnd lichtder wind mit sînen wellen kain feur nit brinen liesz;dô was kain kurz wîl tag vnd nacht,sorg vnd angst, mit betten und das mit lûter clag.
Warm spîs was dô seltzen, das brôtt blutt nasze was,das mer hâts alz versalzen, bett vnd hess was nasz,esz schwindlet alles, das dô wasdô glust niemen ze essen, wen d spîs glîch von im brach.
1009 In grôsz nôt sind wir komen ein fart bî venster nacht,esz blitzget und was tondren und regnet dô bî vast,der wind was ungemeszen hertdas schiff sô vîntlîch krachet, die segel er zarzert.
Dô was ein grôsz geschroie im kiel schwoig niemen stillô Got von himelrîche! uns bilgri kum zehilf!Wir send verloren ôn dîn gnâdMarîa bis uns bholfen, die galê z boden gaut.
Dô wir alsô ellentent, dô haut Got uns arhôrtvon himel ein licht sendet um den kiel esz sich kêrt,der wind bald glag, das mer gestondmit frid send wir gefaren hin von der selben stund.
bl. 26 b.1021 Sô gut wir wetter nimêr das ruw im schiff gut sî.Leys und flêch mit wirmen, mys, razen, fleugen vilgar herzlîch ubel stinket d galêeng und treng mit wunder tut als den bilgri wê.
Jch miest noch gar lang singen êh ichs als arzaltvon unserm vil mislingen durchs mer heriber all,von tôd haut Got uns dick arlêst;gen Venedig send wir komen, als loids send wir argezt.
As wir nun dâr send komen, dô wurdent etlîch kranck,hein send gfaren die gsunden in ir veter land.Her Jörg vom Stain der schied sich ab,von sînem trewen caplân, der bloib a wenig schwach.
1033 Nun far hin edler ritter in dînes vaters landzu dem wîsen pfleger in Ober Paier land;mir lît nit an fast grôszi nôttbald wil ich nâchlj komen ich bin nit siech zum tôd.
Der ritter ist hoin komen, sîn vater faud er gsund,und auch sîn liebi muter und all sîn gutti freünd;mit groszen ern enpfangen ward,es hât die ganze landschaft gehept freid vff die tag.
Sîn caplân olsô wartet z Venedig blêd und krank,bis das er ganz erstarcket, dô roit er auch ze land,durch berg und tall in kurzer frist,mit rittren starck gewâfnet, er wol beschirmet ist.
bl. 27 a.1045 Kain rauber noch kain mistrau hât in glanget an,er fand fier sîner bilgri ze Kempten wund und wan,im Kempter wald grim nider glegt,den schaden und der vntrew hânds im mit woinen clegt.
Dô das der bilgri hôrte, dô ward er ganz erzirnt,sîn brieder er wol trôste und sprâch nu zwîflent nitdô wirt schwêr rauch von Got gân ab,dasz von cristen lyten gschmêcht wirt das helig grab.
Im gsang musz ich das clagen und machen offenbar,dasz wir mit frid sind gfaren durch fremdi land bis har,in hoiden, den Tircken, Kriechen land,ists uns basz argangen, denn in dem schwauben land.
1057 Der bilgri mit sîner gselschaft gen Memingen rant hin umfrêlîch und an schadhaft ist komen bis gen Ulm;dô fand er sîn gut freund gesund,gar schôn ward er enpfangen von mengem rôten mund.
Dômit sich das gsang endet Got sigs ein lob vnd êr,der tichter und êrst senger ist gwesen über meer,er singt vnd seit uns das und mêtrei f. f. f. gend in zarkennen, Got lausz in nimêr mê
finit feliciter per me fratremJohannem Dillinger sexta feria pasche.Anno domini 1482.
hic est finisdie Juden eszent nit gern Schwînis.
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