Des Turmes Auferstehung
Der Turm
Ich war ein Turm vor manchem Jahr,Bis daß man mich zerbrach.Nun dröhnet die Posaunenschar,Da bin ich worden wach.
5Ein Garten stand um meinen Fuß,
Die Bäume waren lieb.Mein Kranz war feurig von dem GrußDes Himmels, der weitertrieb.
Mein Maul war schwarz und knarrte wild
10Von Eisen, das sich bog.
Allein mein Auge brannte mild,Wann’s über die Stürme flog.
Der Fluß zog schwer an mir vorbei,Der Flößer-Lampen Glühn.
15Und unter meinem Einerlei
War die Schnittlauchlandschaft grün.
Ich liebe dich und liebe mich,Mein Herr, laß mich bestehn!Aus diesem Tage fürchterlich
20In dein Reich eingehn.
Gott der Herr
Als ich mich schuf, da wars mein Schmerz,Der in die Weiten fuhr.Und eines jeden Lebens HerzSchlug meines Herzens Uhr.
25Nun will mein Schmerz in mich zurück,
Da brach die Zinke los.Und jedes Weh und jedes GlückStürzt sich in meinen Schoß.
Ach, als ich mich erschuf zur Welt,
30Da war ich nichts und aus.
Jetzt aber bin ich neubestelltUnd wachse wie ein Haus.
Und meine Liebe ausgestreut,Wie sammelt sie sich hier.
35Und jedes Wesen, das sich beut,
Ein Baustein ist’s an mir.
Turm, schwing dich auf, du treuer Mann,In meinen Busen weit!Es hebet, ja nun hebt sie an
40Die große Kinderzeit.
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