Ein Lebenslied
Ein Lebens-Lied
Feindschaft ist unzulänglich.Der Wille und die Taten,Ein erdbewußtes Leben,In sich, was sind sie, Welt?
5Es schwebt in jedem Schicksal,
Im Schritt der Lust und Schmerzen,Im Morden und Umarmen,Anmut des Menschlichen!
Nur das ist unvergänglich!
10Sahst du die wilden Augen
Buckliger Bauernmädchen?Sahst du, wie sie sich langsamWeltdamenhaft verschleiern,Sahst du in ihnen blinken,
15Das Grün von Fest Estraden,
Musik und Lampennacht?
Sahst du den Bart von Kranken,/Ihr Wolken über Pappeln/Wie er an Gott erinnert,
20Getaucht in einen Sturm?
Sahst du die große GüteIm Sterben eines Kindes?Wie uns der holde KörperMit Zärtlichkeit entglitt?
25Sahst du das Traurigwerden
Von Mägden an, am Abend?Wie sie die Küchen ordnenUnd fern, wie Heilige sind.Sahst du die schönen Hände
30Durchfurchter Nacht-Gendarme,
Wenn sie den Hund liebkosenMit grobem Liebeswort?
Wer handelnd sich empörte,Bedenke doch!! Unsagbar
35Mit Reden und Gestalten
Sind wir uns fern und nah!Daß wir hier stehn und sitzenWer kann’s beklommen fassen?!Doch über allen Worten
40Verkünd’ ich, Mensch, Wir sind!!
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