Einladung auf Weihnachten
Jeder kann sich die Welt betrachtenZur Lenzfeier auf seine Weise,Aber das Winterfest WeihnachtenIst gemacht für Familienkreise.
Da nun solch einen Kreis du missest,Sei geladen in meinen frommen,Daß du unter den Kindern wissest,Wozu Christ in die Welt gekommen.
Laß dich nicht reun die wenigen Meilen,Durch Windweben ein rüstiger Schreiter;Um die festliche Luft zu theilen,Reist man im kältern Schweden noch weiter.
Wenig fördert beim spärlichen LichteJetzt die Arbeit, die volles fodert.Bring, wie du pflegst, uns eine Geschichte,Daß der Kamin uns heller lodert.
Komm aus der Still’, um im Saus und BrauseMich zu trösten von all den Buben,Die mir der Winter hält in der Klause,Daß eng werden die weiten Stuben.
Theile des häuslichen Glücks Genüsse,Sieh, vom geputzten Zweige der TannenWie sie schlagen die goldnen Nüsse;Wenn du genug hast, gehst du von dannen.
[34] Aber ich muß, in Fessel geschlagen,Des erlösenden Frühlings warten,Um mit gutem Gewissen zu sagen:Marscht nun, Buben, und lärmet im Garten!
Ich wollte mit dir schmollen,Daß du nicht kommen wollen,Geladen auf Weihnachten;Doch es hat gehen sollenViel anders als wir dachten.
[127] Nun sind die mandelvollenLebkuchen und ChriststollenGebacken auf Weihnachten;Allein die Kinder sollenSie dismal nur betrachten.
Die Seuche kam mit Grollen,Und hieß den Tand sich trollen.Den wir zum Christbaum brachten;Von Scharlach sind verschwollenMünchen, die Purpur lachten.
Wir können zu dem SchadenNun keine Gäste ladenAuf Senf und Fieberrindchen;Wer weiß, ob uns begnadenMag selbst das Christuskindchen!
Doch tret es, ob’s auch MängelHier find’, in unsern Sprengel,Wir harren unbeklommen.Es wird als TodesengelDer Lebensfürst nicht kommen.
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