Was will das werden?

„Kind, was weinest du doch? Was rühret dein Herz mit Betrübniß?“

,Dem Schicksal leihe sie die Zunge;Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,Begleite sie mit ihrem SchwungeDes Lebens wechselvolles Spiel.‘

„– das heiligeMir anvertraute, viel verehrte BildZu rauben und den Mann zu hintergehen,Dem ich mein Leben und mein Schicksal danke,“ –

„Rettet michUnd rettet euer Bild in meiner Seele!“ –

„Der Deutschen höchstes Dichten, tiefstes Denken,In Goethe fand den Meister es der Meister.Er herrschte, zeusgleich, in dem Reich der Geister,Und Wonne war’s, vor ihm die Stirn zu senken.

Nur Alles konnt’ er seinem Volk nicht schenken.O heilig römisch Reich, verpappt vom KleisterDer Diplomaten, während dreist und dreisterFremdmäuse tanzten auf den heim’schen Bänken!

O Goethe’s Volk! o Goldstück, halb gepräget,Halb nur geachtet auf dem Markt des Lebens,Zu leicht befunden in der Völker Rath!

Den vollen Kurs schuf er dir unentweget,Er, Bismarck, er, der Revers deines Strebens,Des idealen; er, der Mann der That!“

„Giganten Beid’ im Planen und Vollbringen;und Beide deutsch bis zu der Seele Grunde,Des wirren Menschentreibens reichster KundeVoll; nie am Scheine haftend; nach den Ringen

Den Baum des Lebens schätzend; stets den DingenSchauend ins Herz: mit Adlerblick die RundeDer weiten Welt durchschweifend; jede StundeBereit, zu lüften die gewalt’gen Schwingen.

O, zweier Kön’ge ungemessnes Erbe!Glückselig Volk, dem solche DoppelgüterZum stolzen Eigen gnädiglich gewährt!

Wohlan! was dir Fortuna gab, erwerbe!Sei beider Krösusschätze treuer Hüter!Sei ewig eines wie des andern werth!“

„O Faust! o Deutscher! Daß in deiner BrustDie beiden Seelen nun und nie sich trennen!Dann wird man dich das Salz der Erde nennen,in höherm Sinn, als man es je gewußt.

Schwelgst du nur in des einen Zieles Lust,Willst gierig nur nach Pluto’s Schätzen rennen,Nur für Apollo’s Lorbeerkranz entbrennen,Versinken wirst du in der Völker Wust.

Nie, seit die Erde ziehet ihre Kreise,Ward einem Volk so schwerer Kampf entboten,Ward ihm so hehrer Siegespreis gestellt.

So sei denn tapfer! sei denn gut und weise!Begraben laß die Todten ihre Todten,Du, alle Zeit ‚ein Sänger und ein Held‘!“

„Nie neidet’ ich dem Hirschen seine Schnelle;Nie wünscht’ ich mir des Löwen wucht’ge Krallen;Und selbst im Traum ist mir nicht eingefallen,Zu prunken in des Panthers buntem Felle.

Den Armen war ich stets ein Gutgeselle;Auch mied ich nicht des Reichen Marmorhallen;Wenn fromme Leute zu den Tempeln wallen,Verengt’ ich ihnen nie die heil’ge Schwelle.

So laß’ jedwed’ Geschöpf ich gerne gelten.Nur ein’s, gesteh’ ich, macht mein Herz beklommen:Der Herrscher Existenz und sondre Rechte.

Und doch unbillig wär’s, darob zu schelten,So lang’ neun Zehntel, die zur Welt gekommen,Sich wohlig fühlen als gebor’ne Knechte.“

„Ich eile fort, ihr ew’ges Licht zu trinken,Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht –“

„Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe,Die der Mensch, der flüchtige Sohn der Stunde,Aufbaut auf dem betrüglichen Grunde?“

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