Das Kind (Heine)

XIV.Das Kind.

Den Frommen schenkt’s der Herr im Traum,Weißt nicht wie dir geschah!Du kriegst ein Kind und merkst es kaum,Jungfrau Germania.

5Es windet sich ein Bübelein

Von deiner Nabelschnur;Es wird ein hübscher Schütze seyn,Als wie der Gott Amur.

Trifft einst in höchster Luft den Aar,

10Und flög’ er noch so stolz,

Den doppelköpfigen sogarErreicht sein guter Bolz.

[255]Doch nicht wie jener blinde Heid,

Nicht wie der Liebesgott,

15Soll er sich ohne Hos’ und Kleid

Zeigen als Sanskülott.

Bey uns zu Land die Witterung,Moral und PolizeyGebieten streng, daß Alt und Jung

20Leiblich bekleidet sey.

Comments

Loading comments…