Der Kaiser von China

Mein Vater war ein trockner Taps,Ein nüchterner Duckmäuser,Ich aber trinke meinen SchnapsUnd bin ein großer Kaiser.

5Das ist ein Zaubertrank! Ich hab’s

Entdeckt in meinem Gemüthe:Sobald ich getrunken meinen SchnapsSteht China ganz in Blüthe.

Das Reich der Mitte verwandelt sich dann

10In einen Blumenanger,

Ich selber werde fast ein MannUnd meine Frau wird schwanger.

[260] All überall ist UeberflußUnd es gesunden die Kranken;

15Mein Hofweltweiser Confusius

Bekömmt die klarsten Gedanken.

Der Pumpernickel des SoldatsWird Mandelkuchen – O Freude!Und alle Lumpen meines Staats

20Spazieren in Sammt und Seide.

Die Mandarinenritterschaft,Die invaliden Köpfe,Gewinnen wieder JugendkraftUnd schütteln ihre Zöpfe.

25Die große Pagode, Symbol und Hort

Des Glaubens, ist fertig geworden;Die letzten Juden taufen sich dortUnd kriegen den Drachen-Orden.

[261] Es schwindet der Geist der Revolution

30Und es rufen die edelsten Mantschu:

Wir wollen keine Constitution,Wir wollen den Stock, den Kantschu!

Wohl haben die Schüler EskulapsDas Trinken mir widerrathen,

35Ich aber trinke meinen Schnaps

Zum Besten meiner Staaten.

Und noch einen Schnaps, und noch einen Schnaps!Das schmeckt wie lauter Manna!Mein Volk ist glücklich, hat’s auch den Raps

40Und jubelt: Hoseanna!

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