Du warst ein blondes Jungfräulein, so artig
"}}' id="mwAw"> Du warst ein blondes Jungfräulein, so artig,So niedlich und so kühl – vergebens harrt’ ichDer Stunde, wo dein Herze sich erschlösse,Und sich daraus Begeisterung ergösse –
5 Begeisterung für jene hohen Dinge,
Die zwar Verstand und Prosa achten g’ringe,Für die jedoch die Edlen, Schönen, GutenAuf dieser Erde schwärmen, leiden, bluten.
Am Strand des Rheins, wo Rebenhügel ragen,
10Ergingen wir uns einst in Sommertagen.
Die Sonne lachte; aus den liebevollenKelchen der Blumen Wohlgerüche quollen.
Die Purpurnelken und die Rosen sandtenUns rothe Küsse, die wie Flammen brannten.
15Im kümmerlichsten Gänseblümchen schien
Ein ideales Leben aufzublühn.
Du aber gingest ruhig neben mir,Im weißen Atlaskleid, voll Zucht und Zier,Als wie ein Mädchenbild gemalt von Netscher;
20Ein Herzchen im Corset wie’n kleiner Gletscher.
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