Erinnerung an Hammonia

"}}' id="mwAw"> Waisenkinder, zwei und zwei,Wallen fromm und froh vorbei,Tragen alle blaue Röckchen,Haben alle rothe Bäckchen –

5O, die hübschen Waisenkinder!

Jeder sieht sie an gerührt,Und die Büchse klingelirt;Von geheimen VaterhändenFließen ihnen reiche Spenden –

10O, die hübschen Waisenkinder!

Frauen, die gefühlvoll sind,Küssen manchem armen KindSein Rotznäschen und sein Schnütchen,Schenken ihm ein Zuckerdütchen –

15O die hübschen Waisenkinder!

"}}' id="mwMg"> Schmuhlchen wirft verschämten BlicksEinen Thaler in die Büchs –Denn er hat ein Herz – und heiterSchleppt er seinen Zwerchsack weiter.

20O, die hübschen Waisenkinder!

Einen goldnen Louisd’orGiebt ein frommer Herr; zuvorGuckt er in die Himmelshöhe,Ob der liebe Gott ihn sähe?

25O, die hübschen Waisenkinder!

Litzenbrüder, Arbeitsleut’,Hausknecht’, Küper, feiern heut;Werden manche Flasche leerenAuf das Wohlsein dieser Gören –

30O, die hübschen Waisenkinder!

Schutzgöttin HammoniaFolgt dem Zug incognita,Stolz bewegt sie die enormenMassen ihrer hintern Formen –

35O, die hübschen Waisenkinder!

Vor dem Thor, auf grünem Feld,Rauscht Musik im hohen Zelt,Das bewimpelt und beflittert;Dorten werden abgefüttert

40Diese hübschen Waisenkinder.

Sitzen dort in langer Reih,Schmausen gütlich süßen Brei,Torten, Kuchen, leckre Speischen,Und sie knuspern wie die Mäuschen,

45Diese hübschen Waisenkinder.

Leider kommt mir in den SinnJetzt ein Waisenhaus, worinKein so fröhliches Gastiren;Gar elendig lamentiren

50Dort Millionen Waisenkinder.

Die Montur ist nicht egal,Manchem fehlt das Mittagsmahl;Keiner geht dort mit dem andern,Einsam, kummervoll dort wandern

55Viel Millionen Waisenkinder.

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