Erklärung

Herangedämmert kam der Abend,Wilder tos’te die Fluth,Und ich saß am Strand, und schaute zuDem weißen Tanz der Wellen,

Und meine Brust schwoll auf wie das Meer,

Und sehnend ergriff mich ein tiefes HeimwehNach dir, du holdes Bild,Das überall mich umschwebt,Und überall mich ruft,

Ueberall, überall,

Im Sausen des Windes, im Brausen des Meers,Und im Seufzen der eigenen Brust.

Mit leichtem Rohr schrieb ich in den Sand:„Agnes, ich liebe Dich!“

Doch böse Wellen ergossen sich

Ueber das süße Bekenntniß,Und löschten es aus.

[324] Zerbrechliches Rohr, zerstiebender Sand,Zerfließende Wellen, Euch trau’ ich nicht mehr!

Der Himmel wird dunkler, mein Herz wird wilder,

Und mit starker Hand, aus Norwegs WäldernReiß ich die höchste Tanne,Und tauche sie einIn des Aetnas glühenden Schlund, und mit solcher

Feuergetränkten Riesenfeder

Schreib’ ich an die dunkle Himmelsdecke:„Agnes, ich liebe Dich!“

Jedwede Nacht lodert alsdannDort oben die ewige Flammenschrift,

Und alle nachwachsende Enkelgeschlechter

Lesen jauchzend die Himmelsworte:„Agnes, ich liebe Dich!“

Comments

Loading comments…