Frühling (Heine)
XIII.Frühling.Die Wellen blinken und fließen dahin –Es liebt sich so lieblich im Lenze!Am Flusse sitzt die SchäferinUnd windet die zärtlichsten Kränze.
5Das knospet und quillt, mit duftender Lust –
Es liebt sich so lieblich im Lenze!Die Schäferin seufzt aus tiefer Brust:Wem geb’ ich meine Kränze?
Ein Reuter reutet den Fluß entlang,
10Er grüßt so blühenden Muthes!
Die Schäferin schaut ihm nach so bang,Fern flattert die Feder des Huthes.
[192]Sie weint und wirft in den gleitenden Fluß
Die schönen Blumenkränze.
15Die Nachtigall singt von Lieb’ und Kuß –
Es liebt sich so lieblich im Lenze!
Comments
Loading comments…