Mein Herz, mein Herz ist traurig

Mein Herz, mein Herz ist traurig,Doch lustig leuchtet der Mai;Ich stehe, gelehnt an der Linde,Hoch auf der alten Bastei.

Da drunten fließt der blaue

Stadtgraben in stiller Ruh’;Ein Knabe fährt im Kahne,Und angelt und pfeift dazu.

[180] Jenseits erheben sich freundlich,

In winziger, bunter Gestalt,

Lusthäuser, und Gärten, und Menschen,Und Ochsen, und Wiesen, und Wald.

Die Mädchen bleichen Wäsche,Und springen im Gras’ herum;

Das Mühlrad stäubt Diamanten,

Ich höre sein fernes Gesumm’.

Am alten grauen ThurmeEin Schilderhäuschen steht;Ein rothgeröckter Bursche

Dort auf und nieder geht.

Er spielt mit seiner Flinte,Die funkelt im Sonnenroth,Er präsentirt und schultert –Ich wollt’, er schösse mich todt.

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