Mimi
"}}' id="mwAw"> Bin kein sittsam Bürgerkätzchen,Nicht im frommen Stübchen spinn’ ich.Auf dem Dach, in freier Luft,Eine freie Katze bin ich.
5 Wenn ich sommernächtlich schwärme,
Auf dem Dache, in der Kühle,Schnurrt und knurrt in mir Musik,Und ich singe, was ich fühle.
Also spricht sie. Aus dem Busen
10Wilde Brautgesänge quellen,
Und der Wohllaut lockt herbeiAlle Katerjunggesellen.
"}}' id="mwKw"> Alle Katerjunggesellen,Schnurrend, knurrend, alle kommen,
15Mit Mimi zu musiciren,
Liebelechzend, lustentglommen.
Das sind keine Virtuosen,Die entweiht jemals für LohngunstDie Musik, sie blieben stets
20Die Apostel heil’ger Tonkunst.
Brauchen keine Instrumente,Sie sind selber Bratsch und Flöte;Eine Pauke ist ihr Bauch,Ihre Nasen sind Trompeten.
25 Sie erheben ihre Stimmen
Zum Konzert gemeinsam jetzo;Das sind Fugen, wie von BachOder Guido von Arezzo.
Das sind tolle Symphonien,
30Wie Capricen von Beethoven
Oder Berlioz, der wirdSchnurrend, knurrend übertroffen.
Wunderbare Macht der Töne!Zauberklänge sonder Gleichen!
35Sie erschüttern selbst den Himmel
Und die Sterne dort erbleichen.
Wenn sie hört die Zauberklänge,Wenn sie hört die Wundertöne,So verhüllt ihr Angesicht
40Mit dem Wolkenflor Selene.
Nur das Lästermaul, die altePrima-Donna PhilomeleRümpft die Nase, schnupft und schmähtMimi’s Singen – kalte Seele!
45 Doch gleichviel! Das musiciret,
Trotz dem Neide der Signora,Bis am Horizont erscheintRosig lächelnd Fee Aurora.
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