Reinigung

Bleib’ du in deiner Meerestiefe,Wahnsinniger Traum,Der du einst so manche NachtMein Herz mit falschem Glück gequält hast

5Und jetzt, als See-Gespenst,

Sogar am hellen Tag’ mich bedrohest –Bleib’ Du dort unten, in Ewigkeit,Und ich werfe noch zu dir hinabAll meine Schmerzen und Sünden

10Und die Schellenkappe der Thorheit,

Die so lange mein Haupt umklingelt,Und die kalte, gleißende SchlangenhautDer Heuchelei,Die mir so lang’ die Seele umwunden,

15Die kranke Seele,

Die gottverleugnende, engelverleugnende,[339] Unselige Seele –Hoiho! hoiho! Da kommt der Wind!Die Segel auf! Sie flattern und schwell’n;

20Ueber die stillverderbliche Fläche

Eilet das Schiff,Und es jauchzt die befreite Seele.

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