Sie floh vor mir wie’n Reh so scheu

Sie floh vor mir wie’n Reh so scheu,Und wie ein Reh geschwinde;Sie kletterte von Klipp’ zu Klipp’,Ihr Haar das flog im Winde.

5Wo sich zum Meer der Felsen senkt,

Da hab’ ich sie erreichet,Da hab’ ich sanft mit sanftem WortIhr sprödes Herz erweichet.

Hier saßen wir so himmelhoch,

10Und auch so himmelselig;

Tief unter uns, ins dunkle Meer,Die Sonne sank allmählig.

[65]Tief unter uns, ins dunkle Meer,

Versank die schöne Sonne;

15Die Wogen rauschten drüber hin,

Mit ungestümer Wonne.

O weine nicht, die Sonne liegtNicht todt in jenen Fluthen;Sie hat sich in mein Herz versteckt

20Mit allen ihren Gluthen.

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