Sturm
Es wüthet der Sturm,Und er peitscht die Well’n,Und die Wellen, wuthschäumend und bäumend,Thürmen sich auf, und es wogen lebendig
5Die weißen Wasserberge,
Und das Schifflein erklimmt sieHastig mühsam,Und plötzlich stürzt es hinabIn schwarze, weitgähnende Fluthabgründe –
10"]}' id="mwIw"> O Meer!
Mutter der Schönheit, der Schaumentstiegenen!Großmutter der Liebe! schone meiner!Schon flattert, leichenwitternd,Die weiße, gespenstische Möve,
15Und wetzt an dem Mastbaum den Schnabel
Und lechzt, voll Fraßbegier, nach dem Mund,Der vom Ruhm deiner Tochter ertönt,[331] Und lechzt nach dem Herzen,Das dein Enkel, der kleine Schalk,
20Zum Spielzeug erwählt.
Vergebens mein Bitten und Flehn!Mein Rufen verhallt im tosenden Sturm,Im Schlachtlärm der Winde;Es braußt und pfeift und prasselt und heult,
25Wie ein Tollhaus von Tönen!
Und zwischendurch hör’ ich vernehmbarLockende Harfenlaute,Sehnsuchtwilden Gesang,Seelenschmelzend und seelenzerreißend,
30Und ich erkenne die Stimme.
Fern an schottischer Felsenküste,Wo das graue Schlößlein hinausragtUeber die brandende See,Dort am hochgewölbten Fenster,
35Steht eine schöne, kranke Frau,
Zartdurchsichtig und marmorblaß,Und sie spielt die Harfe und singt,Und der Wind durchwühlt ihre langen Locken,Und trägt ihr dunkles Lied
40Ueber das weite, stürmende Meer.
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