Wollen Sie ihr nicht vorgestellt seyn?

[141]"]}' id="mwCA"> II.

„Wollen Sie ihr nicht vorgestellt seyn?“Flüsterte mir die Herzogin. –„Bei Leibe nicht, ich müßt’ ein Held seyn,Ihr Anblick schon wirrt mir den Sinn.“

5Das schöne Weib macht mich erbeben!

Es ahnet mir, in ihrer Näh’Beginnt für mich ein neues Leben,Mit neuer Lust, mit neuem Weh.

Es hält wie Angst mich von ihr ferne,

10Es treibt mich Sehnsucht hin zu ihr!

Wie meines Schicksals wilde SterneErscheinen diese Augen mir.

[142]Die Stirn ist klar. Doch es gewittert

Dahinter schon der künft’ge Blitz,

15Der künft’ge Sturm, der mich erschüttert

Bis in der Seele tiefsten Sitz.

Der Mund ist fromm. Doch mit EntsetzenUnter den Rosen seh’ ich schonDie Schlangen, die mich einst verletzen

20Mit falschem Kuß, mit süßem Hohn.

Die Sehnsucht treibt. – Ich muß mich näh’renDem holden, unheilschwangern Ort –Schon kann ich ihre Stimme hören –Klingende Flamme ist ihr Wort.

25Sie fragt: „Monsieur, wie ist der Name

Der Sängerin, die eben sang?“Stotternd antworte ich der Dame:„Hab’ nichts gehört von dem Gesang.“

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