Abschied (Goethe)
Abschied.
Zu lieblich ists, ein Wort zu brechen,Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,Und leider kann man nichts versprechenWas unserm Herzen widerspricht.
5 Du übst die alten Zauberlieder,
Du lockst ihn, der kaum ruhig war,Zum Schaukelkahn der süßen Thorheit wiederErneust, verdoppelst die Gefahr.Was suchst du mir dich zu verstecken
10Sey offen, flieh nicht meinen Blick!
Früh oder spät mußt ichs entdecken,Und hier hast du dein Wort zurück.Was ich gesollt, hab ich vollendet,Durch mich sey dir von nun an nichts verwehrt,
15Allein verzeih dem Freund der sich nun von dir wendet,
Und still in sich zurücke kehrt.
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