Traum vom Fliegen (Kraus)
Und wieder mir träumte, ich wäre geflogen,und diesesmal war es doch sicherlich wahr,denn ich hatte so leicht wie die Luft ja gewogenund hatte die Knie an den Körper gezogen,
5und es ging wie im Flug, im beherztesten Bogen
hoch über der schwergewichtigen Schar,es war keine Täuschung, ich war nicht betrogen,es flogen die Stunden, die Tage, das Jahr.
Mit fliegenden Hoffnungen vollgesogen,
10so wach’ ich mit müderen Gliedern auf.
Zu Lande ist Leben; und angelogen,vom leichtesten Trug an der Nase gezogen,aus allen Himmeln zur Erde geflogen,da lieg’ ich, da liegen die Lügen zuhauf.
15Und trotzdem bleib’ ich dem Traume gewogen,
so läuft er sich leichter, der Lebenslauf.
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