In der Stadtbahn
[5] In der Stadtbahn.
Ein feiles Mädchen, schön und aufgetakelt,ihr gegenüber, grün und unbemakelt,ein Jüngling, dessen Hände sanft behütenzwei Veilchensträußchen in den Seidendüten.
5Sie sieht ihn an. Er lächelt traurig blöde:
Mein Gott, wie wird das heute wieder ödebei Tante Linchen, die Geburtstag feiert. –
Die Dame hat sich nunmehr ganz entschleiert.Da ist er hingerissen, starrt ein Weilchen,
10[6] und reicht ihr wortlos alle seine Veilchen.
Nun hat er nichts, für Tante kein Präsent …Er wundert sich – das schöne Fräulein flennt:Und ihre blassen Tränen auf die blauenMärzveilchen wie Gelübde niedertauen.
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