Mond und Mädchen

[48]Mond und Mädchen.

Es kriecht der kahle Mond durch Zweiggeäder,Ob wo im Haus ein Mädchen wohnt,

Ein warmes Bett, ein

[49] daunenweicher Leib,

Es wärmt zur Winternacht sich gern ein jeder …

5O Mädel, bleib, du schlanke Zeder!

Der Mond tastet am FensterglaseUnd zittert vor Begier und Frost …Das Mädel schlägt ihm vor der NaseDie Läden zu und höhnt: Gib Ruh!

10Alten Gliedern ziemt nicht junger Most!

Er aber hat den Finger in der Fensterspalte,Ob ihrer Kissen eine Falte er nicht erspähe,Er ihre Blicke, braune Rehe,Über der Brüste Sommerhügel

15Zärtlich schreiten sehe.

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