Weihnacht (Klabund)
[47] Weihnacht.
Ich bin der Tischler Josef,Meine Frau, die heißet Marie.Wir finden kein’ Arbeit und Herberg’im kalten Winter allhie.
5Habens der Herr Wirt vom goldnen Stern
nicht ein Unterkunft für mein Weib?Einen halbeten Kreuzer zahlert ich gern,zu betten den schwangren Leib. –
Ich hab kein Bett für Bettelleut;
10doch scherts euch nur in den Stall.
Gevatter Ochs und Base Kuhwerden empfangen euch wohl. –
[48] Wir danken dem Herrn Wirt für seine Gnadund für die warme Stub.
15Der Himmel lohns euch und unser Kind,
seis Madel oder Bub.
Marie, Marie, was schreist du so sehr? –Ach Josef, es sein die Wehn.Bald wirst du den elfenbeinernen Turm,
20das süßeste Wunder sehn. –
Der Josef Hebamme und Bader warund hob den lieben Sohnaus seiner Mutter dunklem Reichauf seinen strohernen Thron.
25Da lag er im Stroh. Die Mutter so froh
sagt Vater Unserm den Dank.Und Ochs und Esel und Pferd und Hundstanden fromm dabei.
Aber die Katze sprang auf die Streu
30und wärmte zur Nacht das Kind. –
Davon die Katzen noch heutigen TagsMaria die liebsten Tiere sind.
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