Ausblick (Tucholsky)
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Von Theobald Tiger
Wenn ick mir so die Welt bekieke,besonders die am Pankefluß,den Straßenkampf mit Tanzmusike,den Schiebetrott des Spartakus …
5Lieg ich des Morgens still im Bettchen,
und kommt Mama auf leisen Zehnmit unserm guten Morgenblättchen –:Ick trau mir jar nich hinzusehn!
Der Pole stiehlt zu günstigen Zeiten,
10in Rußland stiehlt der Bolschewik;
es stiehlt sich trotz der großen Pleitennoch mancher in die Politik.Im Kriege sah man ihn verfechtendas „Siegen oder Untergehn“!
15Heut donnert er von Bürgerrechten –
Ick trau mir jar nich hinzusehn!
Und wählt nicht auch die liebe Claire(längst ist die Süße zwanzig Jahr!)im großen deutschen Frauenheere?
20Wie dünkt mich dieses wunderbar!
Was kümmert sie der ganze Bettel –sie fragt mich ängstlich: Wähl ich den?Und dann nimmt sie den falschen Zettel –Ick trau mir jar nich hinzusehn!
25Und kurz und gut: Der ganze Rummel
hängt aller Welt zum Halse raus.Sie schätzt den Schummel und den Bummelund zieht sich keine Lehre draus.Wir danken für des Aufruhrs Gaben!
30So mußt es in die Binsen gehn.
Nur Arbeit füllt die leeren Waben!Und wenn wir das begriffen haben,trau ick mir wieder hinzusehn!
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